Varoufakis hat genug vom Stinkefinger-Streit
Griechenland steckt in argen Finanznöten. Die Brüsseler Krisensitzung am Donnerstag war nur eines von vielen Treffen, die Athen endlich wieder in ruhigere finanzielle Fahrwasser bringen sollen. Nichtsdestotrotz beschäftigt die Öffentlichkeit etwas ganz anderes: der Stinkefinger von Yanis Varoufakis.
Seit Griechenlands Finanzminister bei Günther Jauch mit einem Video aus dem Jahr 2013 konfrontiert wurde, auf dem er mit gestrecktem Mittelfinger zu sehen ist, dreht sich alles nur mehr um die Gestik des streitbaren Griechen – nicht zuletzt, seit der deutsche Satiriker Jan Böhmermann den Umgang der deutschen Medien mit dem Thema höchst kunstvoll aufs Korn genommen hat (mehr dazu hier).
Schwarzer-Peter-Spiel
Doch langsam reicht’s – findet auch der Betroffene selbst: "Jeder vernünftige Mensch kann sehen, wie ein bestimmtes Video Teil von etwas geworden ist, das über eine Geste hinausgeht", schreibt Varoufakis am Freitag in seinem Blog. "Es hat einen Wirbel ausgelöst, der die Art und Weise widerspiegelt, wie die Bankenkrise des Jahres 2008 begann, die schlecht konzipierte europäische Währungsunion zu untergraben und stolze Nationen gegeneinander aufzubringen."
In dem Artikel beschäftigt sich Varoufakis mit jener Thematik, die auch Böhmermann ins Zentrum seiner Satire stellte: Dem mittlerweile ziemlich verfahrenen Verhältnis zwischen Deutschen und Griechen. "Wir müssen in erster Linie in die Richtung der Beendigung dieses giftigen "Schwarzer-Peter-Spiels" arbeiten", schreibt er. Auf den jeweils anderen mit dem Finger zu zeigen, "dient nur den Feinden Europas".
Kommentare