Atomverhandlungen ohne Fortschritte beendet
Die Verhandlungen der USA und des Irans über das umstrittene Atomprogramm der Islamischen Republik sind in Genf ohne konkrete Fortschritte zu Ende gegangen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwochabend aus informierten Kreisen erfuhr, gibt es weiterhin Differenzen. Beide Seiten einigten sich demnach lediglich darauf, die Verhandlungen fortzusetzen.
Nach iranischen Medienberichten wollten die Außenminister John Kerry und Mohammad Javad Zarif einen genauen Fahrplan für den weiteren Verlauf der Verhandlungen festlegen. Die Gespräche werden an den folgenden Tagen von den Vize-Außenministern beider Länder fortgesetzt.
Aufregung um Spaziergang
Für Aufsehen sorgte ein plötzlicher Spaziergang der beiden Minister in der Nähe des Mandarin Hotels in Genf. Nach Angaben von Reportern vor Ort wollten Kerry und Zarif nach den stundenlangen Verhandlungen "ein bisschen frische Luft schnappen".
Zarif wird am Donnerstag und Freitag seinen deutschen und französischen Kollegen in Berlin und Paris sowie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini in Brüssel treffen.
Fortsetzung am Sonntag
Am Sonntag werden die Verhandlungen dann in großer Runde zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland (5+1) weitergeführt. Die größten Differenzen im Atomstreit bestehen zwischen den USA und dem Iran. Daher gibt es die meisten Unterredungen seit Ende vergangenen Jahres auch hauptsächlich zwischen diesen beiden Ländern. Die 5+1-Gruppe wird dann am Ende über die Ergebnisse der bilateralen Gespräche unterrichtet.
Die beiden Hauptstreitpunkte sind weiterhin die Menge der iranischen Urananreicherung sowie ein Zeitpunkt für die Aufhebung der für Teheran lähmenden Wirtschaftssanktionen. Der Westen will sicherstellen, dass der Iran nicht unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms Atomwaffen erlangt. Im März soll zunächst die Grundlage für eine Einigung in dem zwölfjährigen Konflikt geschaffen werden. Eine umfassende Einigung soll bis Juli erzielt werden.
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