Russische Rakete landete in Nordzypern

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Politik | Ausland
07/01/2019

US-Luftangriff auf Al-Kaida-Gruppe im Nordwesten Syriens

Bei einem israelischen Luftangriff auf syrische Stützpunkte gab es 15 Tote. Eine russische Luftabwehrrakete landete in Nordzypern.

Erstmals seit zwei Jahren haben die USA einen Luftangriff auf Al-Kaida-Kräfte im Nordwesten Syriens geflogen. Das US-Zentralkommando teilte am Montag mit, sie hätten in einem Trainingslager mehrere Anführer von Al-Kaida in Syrien attackiert, die Angriffe "auf US-Bürger, unsere Partner und unschuldige Zivilisten" geplant hätten.

Bei einem israelischen Angriff wurden derweil am Sonntagabend laut Aktivisten 15 Menschen getötet. Derweil landete eine wahrscheinlich russische Luftabwehrrakete in der Türkischen Republik Nordzypern.

Luftangriff auf Nordsyrien

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte am Sonntagabend gemeldet, dass bei einem Luftangriff in der nordsyrischen Provinz Aleppo sechs Kommandanten der Gruppe Huras al-Din getötet worden seien. Demnach handelte es sich um zwei Tunesier, zwei Algerier, einen Ägypter und einen Syrer. Es war der erste solche Angriff der USA auf Al-Kaida-nahe Kräfte im Nordwesten Syriens seit 2017.

Das US-Zentralkommando teilte mit, dass die USA auch weiterhin Dschihadisten in Syrien attackieren würden. Der Nordwesten Syriens bleibe ein Rückzugsgebiet für Al-Kaida, um Terrorangriffe in der Region und im Westen zu planen und zu koordinieren. Russland kontrolliert seit Jahren den Luftraum über Idlib. Seit 2017 habe Moskau verhindert, dass die USA Luftangriffe in der Region fliegen, sagte der Syrien-Experte Sam Heller.

Huras al-Din wurde im Februar 2018 gegründet und gehört zum internationalen Terrornetzwerk Al-Kaida. Die Gruppe soll 1800 Kämpfer haben. Sie ist mit der Jihadistenallianz Hayat Tahrir al-Sham (HTS) verbündet, die aus dem syrischen Al-Kaida-Ableger Al-Nusra hervorgegangen ist. HTS kontrolliert seit vergangenem Jahr den Großteil der Provinz Idlib und angrenzende Gebiete in den Provinzen Aleppo, Hama und Latakia.

Luftangriffe bei Damaskus

Derweil wurden bei israelischen Luftangriffen auf Stützpunkte bei Damaskus und in der Provinz Homs mehrere Menschen getötet. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA sprach von vier toten Zivilisten. Die Beobachtungsstelle erklärte, es seien bei den Angriffen am Sonntag neun regierungstreue Kämpfer und sechs Zivilisten getötet worden. Es sei aber unklar, ob die Zivilisten bei den Angriffen oder in der Folge davon ums Leben kamen.

Die Angriffe richteten sich demnach gegen iranische Stellungen bei Damaskus sowie ein Forschungszentrum und einen Militärflughafen westlich von Homs. Dort seien sowohl Iraner als auch Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz stationiert, erklärte die Beobachtungsstelle. Die in Großbritannien ansässige Organisation bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind ihre Angaben kaum zu überprüfen.

Israel hat in den vergangenen Jahren Hunderte Luftangriffe auf Ziele in Syrien geflogen. Israel will damit dem wachsenden Einfluss seines Erzfeinds Iran entgegentreten und verhindern, dass Teheran feste Stützpunkte in Syrien errichtet. Der Iran und die Hisbollah unterstützen im syrischen Bürgerkrieg die Truppen von Machthaber Bashar al-Assad. Ein israelischer Militärsprecher wollte sich nicht zu den neuen Luftangriffen äußern.

Luftabwehrrakete landete in Nordzypern

Eine Luftabwehrrakete landete derweil in der Türkischen Republik Nordzypern. Außenminister Kudret Özersay teilte am Montag mit, dass eine vermutlich russische Luftabwehrrakete vom Typ S-200 am Sonntagabend auf ein Feld nahe der Hauptstadt Nikosia gefallen sei. Es wurde vermutet, dass sie während des israelischen Angriffs in Syrien abgefeuert wurde. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt, doch löste die Rakete ein großes Feuer aus.