Politik | Ausland
19.11.2018

US-Korrespondentendinner: Schluss mit lustig

Anders als in den vergangenen Jahren soll bei dem jährlichen Treffen im kommenden Frühling kein Comedian sprechen.

Nach einer Kontroverse über den angriffslustigen Auftritt einer Kabarettistin beim vergangenen Mal soll das nächste Galadinner der im Weißen Haus akkreditierten Journalisten ohne komödiantische Einlage auskommen. Die Korrespondentenvereinigung bricht damit mit einer langen Tradition.

Anders als in den vergangenen Jahren soll bei dem jährlichen Treffen im kommenden Frühling kein Comedian sprechen, sondern ein Biograf: Ron Chernow, der sich unter anderem mit Büchern über Präsidenten und Staatsmänner einen Namen gemacht hat. Das gab die Vereinigung der Reporter, die regelmäßig über das Weiße Haus berichten, am Montag in Washington bekannt. Die Veranstaltung ist für den 27. April 2019 angesetzt.

Michelle Wolf sorgte für Kontroverse

Im vergangenen Frühling hatte der Auftritt der Kabarettistin Michelle Wolf bei dem jährlichen Galadinner für eine Kontroverse gesorgt. Wolf sei mit ihren verbalen Rundumschlägen deutlich zu weit gegangen, meinten Kritiker. Wolf hatte in ihrer humorigen Rede vor allem die jüngsten Affären von US-Präsident Donald Trump und seiner Regierung aufs Korn genommen, darunter Trumps angebliche sexuelle Beziehung zu dem Pornostar Stormy Daniels. Sie hatte auch die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, verbal heftig attackiert.

Trump selbst war der Veranstaltung, zu deren Programm bisher traditionell eine Kabarett-Einlage gehörte, bereits zum zweiten Mal in Folge ferngeblieben. Sein Verhältnis zu den Medien ist mehr als angespannt: Er wirft ihnen regelmäßig vor, gezielt Falschmeldungen zu verbreiten, und bezeichnet Journalisten als "Feinde des Volkes". Auch er hatte Wolfs Auftritt bei der Veranstaltung scharf kritisiert.

Die Kabarettistin kommentierte die Entscheidung am Montag auf Twitter kritisch und nannte die Korrespondentenvereinigung im Weißen Haus feige. Chernow versprach, sein Vortrag werde nicht zu trocken werden - auch wenn er nicht als Stand-Up-Comedian bekannt sei.