Ilhan Omar

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Politik Ausland

US-Kongresswahl: Zwei Muslima schreiben US-Geschichte

Ilhan Omar und Rashida Tlaib ziehen in Kongress ein.

11/07/2018, 09:48 AM

Zwei Muslima haben bei den US-Wahlen Geschichte geschrieben: Ilhan Omar und Rashida Tlaib ziehen als erste Frauen ihres Glaubens in den US-Kongress ein. Omar kam einst als somalisches FlĂŒchtlingskind ins Land. Tlaib ist die Tochter palĂ€stinensischer Einwanderer. Beide werden die Demokraten im ReprĂ€sentantenhaus vertreten.

Tlaibs Triumph stand schon im Voraus fest. Die 42-JÀhrige hatte in ihrem Wahlkreis im Bundesstaat Michigan keinen republikanischen Konkurrenten. Die 36-jÀhrige Omar setzte sich im Bundesstaat Minnesota gegen ihre republikanische Kontrahentin durch.

Beide Frauen wollen im Kongress starke Stimmen fĂŒr die Muslime und andere Minderheiten sein - und damit auch starke Stimmen gegen PrĂ€sident Donald Trump, der Ressentiments gegen Muslime und Einwanderer schĂŒrt. Beide Frauen wollen sich unter anderem gegen den von Trump verhĂ€ngten Einreisebann gegen BĂŒrger ĂŒberwiegend muslimischer Staaten einsetzen.

Omar wie Tlaib gehören dem linken ParteiflĂŒgel der Demokraten an. Omar bezeichnet Trump als einen "abstoßenden Tyrannen" und wirft ihm vor, eine "hetzerische Politik" zu betreiben. Tlaib wiederum hat im Wahlkampf auch viel von den persönlichen Motiven gesprochen, die sie anspornen. Einer ihrer Söhne habe Angst, sich als Muslim zu erkennen zu geben, berichtete sie - und nannte dies das Resultat von Trumps Agitation gegen Minderheiten.

 

Democratic U.S. congressional candidate Rashida Tlaib celebrates with her mother at her midterm election night party in Detroit,

Tlaib wuchs als Àltestes von 14 Geschwistern in Detroit auf, wo ihr Vater beim Autohersteller Ford arbeitete. Die Juristin wurde 2008 als erste Muslima in das Regionalparlament ihres Heimatstaates Michigan gewÀhlt, dem sie sechs Jahre lang angehörte.

Ihre palÀstinensische Herkunft beschreibt die zweifache Mutter als eine der Wurzeln ihres politischen Engagements: "Mein Antrieb und meine Leidenschaft kommen teilweise daher." So erzÀhlt sie oft davon, wie die israelischen Kontrollpunkte nahe des Wohnorts ihrer Verwandten den Zugang der PalÀstinenser zu Gesundheits- und Bildungseinrichtungen erschwerten.

Ihre Parteikollegin Omar flĂŒchtete als jĂŒngstes von sieben Geschwistern mit ihrer Familie vor dem BĂŒrgerkrieg in Somalia. Vier Jahre lebte sie in einem FlĂŒchtlingslager in Kenia. Als sie 1995 mit ihren Eltern in die USA umzog, sprach sie kein Wort Englisch. Sie lernte schnell und studierte spĂ€ter Politik und internationale Angelegenheiten.

Omar betĂ€tigte sich unter anderem als Politikberaterin und Gemeindeaktivistin, bevor sie vor zwei Jahren in das Regionalparlament des Bundesstaats Minnesota einzog. In dem Wahlbezirk, in dem die dreifache Mutter nun in das US-ReprĂ€sentantenhaus gewĂ€hlt wurde, lebt die grĂ¶ĂŸte somalisch-stĂ€mmige Gemeinde des Landes.

Der erste muslimische Mann zog im Übrigen bereits vor zwölf Jahren in den US-Kongress ein. Keith Ellison legte damals bei seiner Vereidigung die Hand auf eine englischsprachige Ausgabe des Koran, die einst Thomas Jefferson gehörte. Den Koran aus dem Nachlass des GrĂŒndervaters werden voraussichtlich auch Omar und Tlaib fĂŒr ihren Eid auf die US-Verfassung verwenden.

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