Politik | Ausland
31.08.2018

"Unverständlich": Litauen kritisiert Kneissls Tanz mit Putin

"Für uns sind diese Handlungen der österreichischen Ratspräsidentschaft unverständlich", so der Verteidigungsminister.

Litauens Verteidigungsminister Raimundas Karoblis übt Kritik am Tanz von Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin anlässlich ihrer Hochzeit im steirischen Gamlitz. "Für uns sind diese Handlungen der österreichischen Ratspräsidentschaft unverständlich", sagte er im Gespräch mit der "Presse" (Samstagsausgabe).

Die Ratspräsidentschaft trete für gewöhnlich überparteilich auf und vertrete die EU-Linie, zitierte die Zeitung den Minister. Und EU-Linie sei, dass die Beziehungen zu Russland wegen der schwelenden Konflikte eingeschränkt worden seien. Das "Putin-Tanz-Thema" sei eine "ziemlich emotionale Angelegenheit" für die Menschen in Litauen.

Ähnlich verhalte es sich beim FPÖ-Freundschaftsvertrag mit der Kremlpartei Geeintes Russland, der für Litauen "ebenfalls unverständlich" sei. Bei beiden Themen handle es sich aber um eine innere Angelegenheit Österreichs, betonte der Minister. Man könne nichts anderes tun, als "zu lachen und darüber Witze zu machen".

Kneissl lobte Tanzkünste Hunts

Litauen war bis 1990 Teil der Sowjetunion. Am 31. August 1993, also vor genau 25 Jahren, zogen die letzten russischen Truppen aus dem heutigen NATO-Staat ab. Die Beziehungen zu Moskau stehen vor allem seit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland nicht zum Besten.

Unterdessen lobte Außenministerin Kneissl die Tanzkünste ihres "charmanten" britischen Amtskollegen Jeremy Hunt, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Kneissl hatte am Rande des informellen Außenministerrats am Donnerstagabend einige "Samba- und Bossa Nova-Runden" mit mehreren Amtskollegen gedreht.