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Politik Ausland
05/10/2019

UN-Sicherheitsrat berät über humanitäre Krise in Libyen

Ein britischer Resolutionsentwurf zu einer Waffenruhe in Tripolis liegt bisher auf Eis.

Gut einen Monat nach dem Beginn der Kämpfe um Libyens Hauptstadt Tripolis befasst sich der UNO-Sicherheitsrat am Freitag mit der humanitären Krise in dem nordafrikanischen Staat. Wie Diplomaten am Donnerstag mitteilten, beantragte Großbritannien das Treffen hinter verschlossenen Türen.

Der Sicherheitsrat ist beim Thema Libyen gespalten. Die USA weigern sich bisher, einen britischen Resolutionsentwurf zu einer Waffenruhe zu unterstützen. Russland hat ebenfalls Vorbehalte.

Libyen - Haftar-Truppen vor Tripolis

In Libyen herrscht seit dem Sturz und gewaltsamen Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Anfang April hatte der abtrünnige General Khalifa Haftar eine Offensive auf Tripolis gestartet, wo die international anerkannte Regierung der nationalen Einheit ihren Sitz hat. Seitdem liefern sich regierungstreue Truppen und Einheiten Haftars erbitterte Kämpfe.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden dabei bisher mehr als 430 Menschen getötet. Mehr als 55.000 Menschen wurden nach UN-Angaben vertrieben.

Der international anerkannte libysche Regierungschef Fayez al-Sarraj hatte in den vergangenen Tagen angesichts der heftigen Angriffe von Haftars Truppen um Rückhalt in Europa geworben. Am Donnerstag war er in Großbritannien, nachdem er zuvor bereits nach Italien, Deutschland und Frankreich gereist war.