Politik | Ausland
23.05.2018

Ukrainischer Journalist in Weißrussland als Spion verurteilt

Der Mann sol einl Agenturnetz für Auslandsaufklärung aufgebaut haben

Das Oberste Gericht Weißrusslands hat einen ukrainischen Journalisten zu mehr als acht Jahren Gefängnis wegen Spionage verurteilt. Der 47-Jährige befinde sich zurzeit in Untersuchungshaft beim Geheimdienst KGB, teilte der ukrainische Botschafter Igor Kisim örtlichen Medien zufolge am Mittwoch in Minsk mit.

Der Mitarbeiter des ukrainischen Staatsfunks war im Oktober 2017 festgenommen worden. Er soll ein Agentennetz für die Auslandsaufklärung aufgebaut haben. Kiew fürchtet, dass das Nachbarland als engster Verbündeter Moskaus zum Aufmarschort für russische Truppen für einen eventuellen Angriff auf die Ex-Sowjetrepublik werden könnte. Seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland sieht sich Kiew im Krieg mit Moskau.

Ursprünglich hatten sich Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko und sein ukrainischer Amtskollege Petro Poroschenko bei einem Treffen auf Stillschweigen über die Festnahme geeinigt. In der Ukraine wurde jedoch über die Festnahme berichtet, wodurch Minsk sich zum Handeln genötigt sah. Beide Länder wiesen deshalb jeweils einen Diplomaten der Gegenseite aus.