Ukraine: Einigung über Plan für Waffenruhe dürfte stehen

Aftermath of a Russian missile and drone attack, in Kyiv
Laut Medienberichten haben sich die Ukraine und ihre westlichen Partner auf einen mehrstufigen Maßnahmenplan für den Fall eines russischen Bruchs einer künftigen Waffenruhe geeinigt.

Zusammenfassung

  • Ukraine, europäische Partner und USA haben laut Financial Times einen Plan für eine koordinierte Reaktion auf russische Verstöße gegen einen Waffenstillstand vereinbart.
  • Der Plan sieht eine mehrstufige Antwort vor, beginnend mit diplomatischen Warnungen und ggf. militärischem Einsatz durch die Ukraine innerhalb von 24 Stunden.
  • Bei anhaltenden Kampfhandlungen sollen weitere westliche Staaten und im Falle eines ausgeweiteten Angriffs auch das US-Militär innerhalb von 72 Stunden reagieren.

Die Ukraine hat sich einem Medienbericht zufolge mit westlichen Partnern auf eine koordinierte militärische Reaktion für den Fall verständigt, dass Russland ein künftiges Waffenstillstandsabkommen dauerhaft verletzen sollte. Dies berichtete die Financial Times unter Berufung auf Insider. Reuters konnte den Bericht zunächst nicht bestätigen.

Der Plan sei bei mehreren Gelegenheiten im Dezember und Jänner zwischen ukrainischen, europäischen und US-Vertretern besprochen worden und sehe eine mehrstufige Reaktion vor. Demnach soll auf jeden russischen Bruch eines Waffenstillstands innerhalb von 24 Stunden reagiert werden, beginnend mit einer diplomatischen Warnung und notfalls einem Einsatz der ukrainischen Armee.

Sollten die Kampfhandlungen andauern, kämen in einer zweiten Phase Kräfte einer "Koalition der Willigen" zum Einsatz, zu der viele EU-Mitglieder, Großbritannien, Norwegen, Island und die Türkei gehörten. Bei einem ausgeweiteten Angriff solle 72 Stunden nach dem ursprünglichen Bruch eine koordinierte Reaktion unter Einbeziehung des US-Militärs erfolgen.

Kiew und Charkiw erneut von Raketen getroffen

Trotz der für die Wochenmitte angekündigten Verhandlungen über ein Kriegsende sind die ukrainische Hauptstadt Kiew und die zweitgrößte Stadt Charkiw in der Nacht erneut zum Ziel russischer Raketen und Drohnen geworden. Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko warnte auf Telegram vor Attacken mit ballistischen Raketen. Die Agentur Ukrinform berichtete von mehreren Explosionen in der Metropole. Nach unbestätigten Medienberichten wurden zwei Wärmekraftwerke angegriffen.

In Kiew sind Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge nach einem russischen Angriff 1170 Wohngebäude ohne Heizung. Das russische Militär habe in der Nacht die Energieinfrastruktur angegriffen. Später hieß es, es seien auch mehrere Wohngebäude in Kiew getroffen worden. Zudem sei ein Kindergarten in Brand geraten, teilte Klitschko mit. Zwei Menschen seien bei den Angriffen verletzt worden.

"Massenangriff" mit Kampfdrohnen

Die Großstadt Charkiw im Osten des Landes wurde in der Nacht nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow von mindestens zwei Raketen getroffen. Zudem habe es einen "Massenangriff" mit Kampfdrohnen gegeben. Auch Gouverneur Oleh Synjehubow berichtete von russischen Angriffen. "Erneute feindliche Angriffe auf Charkiw und die Vororte. Es sind Explosionen zu hören", schrieb er auf Telegram. Auch aus Saporischschja und Dnipro wurden russische Drohnenangriffe gemeldet.

Zunächst gab es weder aus Kiew noch Charkiw Angaben zu möglichen Opfern oder Schäden. Die Hauptstadt erwartete unterdessen nach Militärangaben weitere Angriffswellen, auch mit Marschflugkörpern.

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