Donezk ist wieder ein Schlachtfeld

Eine ältere Frau steht vor den Trümmern eines zerstörten Hauses.
Um den Flughafen entwickelten sich heftige Kämpfe. Schüsse auch in mehreren Stadtteilen.

Die ukrainische Armee und die prorussischen Rebellen haben sich am Sonntag weiter erbitterte Kämpfe um den Flughafen der ostukrainischen Stadt Donezk geliefert. Die ukrainischen Streitkräfte haben einen Großangriff begonnen, um in den vergangenen Wochen verlorenes Gelände zurückzuerobern. Militärsprecher Andrej Lysenko sagte am Sonntag in Kiew, das Gebiet am stark zerstörten Flughafen sei wieder weitgehend unter Kontrolle der Regierungstruppen. Damit verlaufe die Front wieder entlang der Linie, die bei Abschluss des Minsker Abkommens Anfang September gegolten habe. Daher habe die ukrainische Armee mit ihrem Angriff auch nicht gegen die mit Russland und den Rebellen getroffene Vereinbarung verstoßen. Das Abkommen sieht unter anderem einen Waffenstillstand vor und soll den Weg zu einer friedlichen Lösung des Konflikts ebnen.

Die Armee hatte am Vortag mithilfe von mindestens zehn Panzern einen Korridor für Verstärkung bei den Gefechten am Flughafen schaffen können. Über diesen Weg wurden auch Opfer der Kämpfe fortgebracht. Bei den Gefechten starben laut Armee und Rebellen mindestens sieben Menschen, mehr als 30 wurden verletzt. Unter Beschuss waren am Sonntag auch mehrere Stadtteile von Donezk, in mehreren Vierteln kam das öffentliche Leben zum Erliegen. Wie AFP-Reporter berichteten, war die ganze Nacht über Beschuss mit schweren Waffen im Stadtzentrum zu hören, der sich am Morgen verstärkte. Öffentliche Verkehrsmittel stellten den Betrieb ein, Geschäfte blieben geschlossen. Bewohner berichteten zudem von Schüssen im Nordwesten der Stadt.

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