Politik | Ausland
17.08.2018

Türken vernichten nun öffentlich ihre iPhones

Nach dem Boykottaufruf Erdogans gehen viele Besitzer von Apple-Produkten noch einen Schritt weiter.

Der Streit zwischen den USA und der Türkei mit gegenseitigen Sanktions- und Boykottdrohungen nimmt zunehmend groteskere Züge an. In den sozialen Netzwerken verbreiten sich nun Videos, die Türken bei der Zerstörung ihrer iPhones von Apple zeigen.

Als Reaktion auf Sanktionen und Strafzölle der USA gegen die Türkei hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan einen Boykott elektronischer Produkte aus den USA angekündigt. Die Türkei werde in Zukunft qualitativ hochwertige Waren produzieren und diese auch exportieren.

"Wir werden einen Boykott gegen elektronische Geräte aus den USA verhängen. Sie haben das iPhone, doch auf der anderen Seite gibt es Samsung", sagte Erdogan mit Bezug auf den US-Handyhersteller Apple und den südkoreanischen Konkurrenten. Außerdem habe die Türkei ihre eigene Marke Vestel. Apple-Produkte sind in der Türkei sehr verbreitet und werden auch von Erdogan selbst benutzt.

Die Türken, die ihre iPhones zertsören, verwenden dabei Vorschlaghämmer, werfen sie ins Feuer und manche nehmen sie sogar unter Beschuss.

Auslöser des Streits ist Festsetzung des US-Pastors Andrew Brunson in der Türkei. Präsident Donald Trump erklärte, die Türkei habe sich nicht als "guter Freund" der USA erwiesen. Die Krise zwischen den beiden NATO-Partnern dürfte sich dadurch weiter verschärfen. Der evangelikale Pastor Brunson war 2016 im westtürkischen Izmir wegen Terrorvorwürfen in Untersuchungshaft genommen worden und wurde kürzlich unter Hausarrest gestellt. US-Präsident Donald Trump hat wiederholt seine umgehende Freilassung gefordert. Anfang August verhängte seine Regierung Sanktionen gegen zwei türkische Minister, die die Türkei erwiderte.