Tsipras dementiert drohende Zahlungsunfähigkeit

Alexis Tsipras verlässt ein Gebäude, gefolgt von einem Mann im Anzug.
"Absolut kein Liquiditätsproblem": Griechische Regierung in Erklärungsnot.

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat Berichte dementiert, wonach seinem Land noch in diesem Monat die Pleite droht. "Es gibt absolut kein Liquiditätsproblem", sagte Tsipras am Sonntag in Athen nach einem Treffen mit seinem Finanzminister Yanis Varoufakis. Dieser hatte zuvor bereits dem Fernsehsender Alpha TV versichert: "Es gibt kein Problem, die Gelder für Löhne und Renten bereitzustellen." Die beiden Politiker reagierten offensichtlich auf Berichte, dass Athen offenbar schon Ende des Monats die Pleite drohe. Diese Befürchtung habe Tsipras am Freitag gegenüber EU-Parlamentspräsident Martin Schulz geäußert, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Der Zeitung zufolge muss Athen kommende Woche Kredite von fast einer Milliarde Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen sowie für 1,6 Milliarden Euro eine auslaufende Staatsanleihe ersetzen. Um flüssig zu bleiben, bis die Eurogruppe weitere Hilfe freimacht, will Tsipras neue Schulden bei der EZB aufnehmen. Dem Bericht zufolge fordert er von der Zentralbank, den Rahmen für kurzfristige Anleihen (T-Bills) um zwei bis drei Milliarden Euro zu erhöhen. Das lehnte die Bank mangels verbindlicher Sparzusagen aus Athen bisher ab.

Griechenland wird seit Jahren von seinen internationalen Gläubigern mit Milliardenkrediten über Wasser gehalten. Die Kontrolleure von IWF, EU und Europäischer Zentralbank müssen prüfen, ob das Land Anspruch auf die Auszahlung weiterer Hilfen aus dem zweiten Rettungspaket von 7,2 Mrd. Euro hat. Bis Ende April muss die Regierung in Athen der Eurozone alternative Reformvorschläge machen.

Geld in der Schweiz

Laut einem Medienbericht gibt es aber genug Geld - allerdings nicht in Griechenland. Athen lässt sich demnach Steuernachzahlungen auf Milliardenvermögen griechischer Bürger in der Schweiz entgehen. Wie die Zeitung "Welt" am Sonntag berichtete, liegt schon seit Februar 2014 ein Angebot des Schweizer Staatssekretariats für internationale Finanzfragen vor, dieses Geld aufzuspüren und nach Athen zu überweisen. Varoufakis und auch seine Vorgänger hätten sich aber nie gemeldet, wie die Behörde bestätigt habe.

Nach Statistiken der Schweizer Notenbank sind rund 800 Mrd. Euro griechisches Vermögen in der Schweiz. Diese Zahl wurde Ende 2013 ermittelt. Ein großer Teil der Zinseinnahmen auf dieses Geld dürfte unversteuert geblieben sein. Mittlerweile könnte es um noch mehr Geld gehen, weil viele Griechen in der aktuellen Krise ihre Bankkonten leergeräumt haben.

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