Es reicht, sagten viele Ex-Getreue

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Politik Ausland
12/21/2018

Trumps Personalverschleiß: Wer bereits gehen musste

Mit "You're fired" wurde Donald Trump als Reality-TV-Star berühmt. Auch als US-Präsident sitzen seine Mitarbeiter auf dem heißen Stuhl.

von Irene Thierjung

Es ist wieder passiert: Nur wenige Tage nach dem angekündigten Rücktritt von US-Innenminister Ryan Zinke kündigte Verteidigungsminister James Mattis seinen Abgang an.

In einem Schreiben an Donald Trump teilte er mit, er werde Ende Februar aus freien Stücken zurücktreten, Grund seien inhaltliche Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten.

Insidern zufolge war Mattis vehement gegen den Abzug der US-Truppen aus Syrien eingetreten, gemeinsam mit Stabschef John Kelly - der ebenfalls zu Jahresende geht.

Laut dem Thinktank Brookings Institution hat es seit fünf Präsidenten keine derartige Fluktuation unter leitenden Angestellten gegeben.

Eine Auswahl an Mitarbeitern und Ministern, die bereits gefeuert wurden oder sich selbst aus dem Staub machten, sehen Sie in der Bildergalerie:

James Mattis: 2001 war der General im Afghanistan-Einsatz (Bild). In der Trump-Regierung galt er als eines der letzten Korrektive.

Ryan Zinke: Der Innenminister scheidet Ende Dezember aus dem Amt. Berichten zufolge hatte ihm das Weiße Haus eine Frist gesetzt.

Nick Ayers: Der Stabschef von Vize-Präsident Mike Pence geht ebenfalls zu Jahresende. Dabei hätte Trump ihn gerne als Nachfolger eines anderen wichtigen Mannes gesehen....

...und zwar als Nachfolger seines eigenen Stabschefs John Kelly. Auch er verlässt das Weiße Haus - genau - per 31. Dezember. Sein Vorgänger war...

Reince Priebus: Der erste Stabschef von Präsident Trump ging bereits Ende Juli 2017 - angeblich auf eigenen Wunsch.

Mira Ricardel: Die Stellvertreterin des Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton wurde diesen November vor die Tür gesetzt, nachdem First Lady Melania dies öffentlich gefordert hatte. Sie hatte sich von Ricardel schlecht behandelt gefühlt.

Jeff Sessions: Lange hatte Trump wegen der Russland-Ermittlungen bereits gegen den Justizminister gewettert, als dieser im November seinen Rücktritt einreichte.

Nikki Haley: Einst Vertraute von Trump, scheint es der US-Botschafterin bei der UNO auch zu reichen. Sie gibt ihren einflussreichen Posten zu Jahresende auf.

H. R. McMaster: Der General war der zweite Nationale Sicherheitsberater des US-Präsidenten. Auch er galt als Vertrauter, ging aber diesen März. Der erste Sicherheitsberater war...

Michael Flynn: Er musste im Februar 2017 nach nur 23 Tagen im Amt zurücktreten, weil er in der Affäre um angebliche  russische Wahlkampfhilfe für Trump gelogen hatte.

Rex Tillerson: Der frühere Erdölmanager war ein großer Unterstützer Trumps und wurde dessen erster Außenminister. Er kündigte Mitte März 2018.

Hope Hicks: Ende Februar teilte die Kommunikationschefin des Weißen Hauses, bis dahin eine große Stütze des Päsidenten, mit, dass sie ihren Posten verlässt.

Steve Bannon: Trumps ultrarechter Ex-Wahlkampfleiter und späterer Chefstratege geht - freiwillig, wie beteuert wird. Derzeit arbeitet er daran, Europas Rechtsparteien bei der EU-Wahl 2019 zum Sieg zu verhelfen.

Anthony Scaramucci: Der Ex-Banker wird am 21. Juli 2017 zum Kommunikationsdirektor bestellt, zehn Tage danach ist schon wieder Schluss. Scheinbar war Scaramucci selbst Trump zu radikal.

Sean Spicer: Der glücklose erste Sprecher Trumps machte sich im Juli 2017 aus dem Staub, als Scaramucci die Bühne betrat. Seine Memoiren (Bild) überzeugten Kritiker nicht.

Sally Yates: Die amtierende Justizministerin war Trumps erstes "Opfer". Sie musste Ende Jänner 2017 gehen - offiziell wegen ihres Widerstands gegen die Einwanderungspolitik.

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