Politik | Ausland
14.06.2018

Trumps Ex-Wahlkampfchef zahlte Gusenbauer 30.000 Euro pro Monat

Laut Russland-Ermittlungen hat Ex-Kanzler ab 2012 für pro-russische Führung in der Ukraine lobbyiert.

30.000 Euro im Monat - diesen Betrag soll Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer laut der Nachrichtenagentur Bloomberg für Lobbyingtätigkeiten seiner "Hapsburg Gruppe" für die frühere pro-russische Führung in der Ukraine erhalten haben.

Bezahlt wurde das Geld über Offshore-Konten von Donald Trumps Ex-Wahlkampmanager, Paul Manafort, wie US-Sonderermittler Robert S. Mueller in einem Bericht schreibt, der der Nachrichtenagentur Bloomberg zugespielt wurde.

Gusenbauer habe das Image des kremlnahen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch "verwestlichen" sollen, um nach außen zu demonstrieren, dass die Ukraine unter Janukowitsch europafreundlich sei, schreibt Mueller. Dazu habe Gusenbauer einige "glaubwürdige politische Freunde" ins Spiel gebracht und Stimmung für die pro-russische Führung gemacht.

Diskreter Ex-Kanzler

"Alfred Gusenbauer ist bereit, diskret zu sein", schrieb Alan Friedman, ein ehemaliger britischer Journalist, der Manafort dabei half, die Lobbykampagne zu organisieren, in ein Memo vom 10. Juni 2012. Gusenbauer habe verstanden, was man von ihm wolle.

Im selben Memo waren auch die Namen von vier weiteren europäischen Politikern (und ebenfalls Mitglieder der " Hapsburg Gruppe" genannt, die als "key participants", also Schlüsselfiguren, dienen könnten. Darunter der frühere italienische Premierminister Romano Prodi.

Gusenbauer und die "Hapsburg Gruppe" stehen nun im Zentrum von Muellers Anschuldigungen gegen Manafort. Laut Mueller soll dieser an nicht genehmigten Lobbytätigkeiten beteiligt sein, die wiederum mit den Vorwürfen, Trumps Wahlkampfteam habe illegal mit Russland kooperiert, zusammenhängen.