Politik | Ausland
07.06.2018

Trump und Kim: "Mehr als ein Fototermin"

Grundsätzlich ist laut Trump áuch eine kurzfristige Absage nicht ganz ausgeschlossen. Japan setzt große Hoffnungen in Treffen.

US-Präsident Donald Trump ist nach eigenen Worten startklar für das Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Singapur. "Es ist alles bereit für den Gipfel, dass er beginnen kann", sagte Trump am Donnerstag vor Beginn eines Gesprächs mit Japans Regierungschef Shinzo Abe in Washington.

Das für den 12. Juni in Singapur angesetzte Gespräch werde mehr sein als nur ein Fototermin, kündigte Trump an, Bei dem ersten Treffen eines amtierenden US-Präsidenten mit einem nordkoreanischen Machthaber soll es insbesondere um Atomabrüstung gehen.

Trump schloss jedoch grundsätzlich selbst eine kurzfristige Absage nicht völlig aus. Alles könne notfalls auch geändert werden.

Der Präsident will das abgeschottete autoritäre Regime dazu bewegen, vollständig atomar abzurüsten.

"Muss mich nicht sehr vorbereiten"

Er glaube, er sei sehr gut auf das Treffen vorbereitet, sagte Trump. "Ich glaube nicht, dass ich mich sehr vorbereiten muss. Es geht um die Grundhaltung. Es geht um die Bereitschaft, Dinge erledigen zu wollen", sagte Trump. Aus seiner Sicht könnten aber mehrere Treffen notwendig sein. "Es ist ein Prozess", sagte Trump. Er erneuerte seine Forderung an Nordkorea nach dem Abbau von Atomwaffen und bekräftigte, die Sanktionen vorher nicht lockern zu wollen.

Über die Abrüstungsfrage gibt es auf beiden Seiten unterschiedliche Vorstellungen. Das Treffen mit Japans Ministerpräsident Abe, dessen Land an der Situation auf der koreanischen Halbinsel große eigene Interessen hat, sollte zur Vorbereitung des Singapur-Gipfels dienen. Beide Staatsmänner fliegen weiter nach Kanada, wo sie am Treffen der G-7-Staats- und Regierungschefs teilnehmen.

Japan: Großes Interesse an Entspannung

Vor seinem Abflug forderte Abe erneut deutliche Fortschritte bei der Eindämmung des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms sowie Aufklärung über das Schicksal von in den 70er und 80er Jahren nach Nordkorea verschleppten Japanern.

Trumps Anwalt Rudy Giuliani hatte Nordkorea zuvor laut einem Zeitungsbericht brüskiert. Nach Angaben des Wall Street Journal sagte er bei einer Konferenz in Tel Aviv, Kim habe "auf Händen und Knien" um ein Gipfeltreffen mit Trump gebettelt. Dies sei "exakt die Position, in die man ihn bringen will." Nun hätten die USA die Oberhand.

Im Mai hatte Trump den Gipfel zunächst unter Verweis auf "offene Feindseligkeit" Nordkoreas abgesagt. Da sich Pjöngjang aber dennoch weiter offen für Gespräche zeigte, änderte Trump kurz danach seinen Kurs wieder.