Trump: Geheime US-Störwaffe half bei Einsatz in Venezuela

Donald Trump spricht mit geöffnetem Mund und trägt einen dunklen Anzug mit Krawatte.
Caracas will Erdölproduktion in diesem Jahr um ein Fünftel steigern. Ziel ist außerdem "juristische Sicherheit" für private Investoren.

Bei dem US-Militäreinsatz in Venezuela soll eine geheime Störwaffe nach Angaben von US-Präsident Donald Trump entscheidend zum Erfolg beigetragen haben. Er nannte sie "Discombobulator" (Verwirrer) laut einem Interview der US-Zeitung "New York Post". Dadurch soll die venezolanische Ausrüstung ausgefallen sein, sodass der autoritäre Machthaber Nicolás Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht werden konnte. Weitere Details gab Trump nicht bekannt.

"Ich darf nicht darüber sprechen", sagte er. Deswegen hätten die venezolanischen Sicherheitskräfte aber nicht auf den US-Angriff reagieren können. "Sie haben ihre Raketen nie abgefeuert", sagte Trump. "Sie hatten russische und chinesische Raketen, aber sie haben keine einzige abgefeuert. Wir kamen, sie drückten auf die Knöpfe, aber nichts funktionierte."

Am 3. Jänner griffen US-Eliteeinheiten mehrere Ziele in Venezuela an, darunter auch die wichtigste Militärbasis des südamerikanischen Landes, Fuente Tiuna. Dort wurden Maduro und seine Frau Cilia Flores festgenommen. Ihnen soll in New York der Prozess wegen mutmaßlicher Drogendelikte gemacht werden. Bei dem Einsatz wurden laut venezolanischen Behörden mindestens 100 Menschen getötet, darunter venezolanische und kubanische Sicherheitsbeamte. Laut Washington kam kein US-Soldat ums Leben.

"NYT": Zuvor wurden russische Abwehrsysteme zerstört

Dennoch gibt es auch weitere Erklärungen in der US-Presse für das Versagen der venezolanischen Verteidigung. Laut einem Bericht der "New York Times" waren die hochmodernen russischen Luftabwehrsysteme Venezuelas laut US-Beamten nicht einmal mit dem Radar verbunden, als die US-Hubschrauber über Caracas auftauchten, um Maduro zu fassen.

Dem Bericht zufolge hatte Venezuela Schwierigkeiten gehabt, die russische Ausrüstung zu warten. Oft hätten die notwendigen Ersatzteile und das technische Wissen gefehlt. Zudem soll das US-Militär vor der Gefangennahme Maduros auch Standorte bombardiert haben, an denen russische bodenbasierte Flugabwehrsysteme vom Typ Buk-M2 stationiert oder gelagert waren.

Caracas will Erdölproduktion um ein Fünftel steigern

Unterdessen wurde bekannt, dass Caracas seine Erdölproduktion im laufenden Jahr mit der geplanten Öffnung des Sektors um ein Fünftel steigern will. Der Chef des staatlichen Ölkonzerns PDVSA, Héctor Obregón, sagte am Samstag, die bisherige Rechtslage sei den Bedürfnissen des Erdölsektors nicht angemessen gewesen. Die jetzt anvisierte Reform werde sicherstellen, dass private Investoren die notwendige "juristische Sicherheit" hätten.

Das Ziel sei eine Zunahme der Erdölproduktion um "mindestens" 18 Prozent in diesem Jahr, sagte Obregón. Das Parlament in Caracas hatte am Donnerstag in erster Lesung einen Gesetzentwurf gebilligt, der den Erdölsektor für private Unternehmen öffnen soll. Mit ihm soll "privaten Unternehmen mit Sitz in Venezuela" die Erschließung von Ölvorkommen gestattet werden. Bisher durften lediglich Gemeinschaftsunternehmen mit dem staatlichen Ölkonzern PDVSA im Erdölsektor des Landes tätig werden, wobei PDVSA stets die Mehrheit behielt.

Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hat sich für die Reform ausgesprochen. Seit dem Militäreinsatz in Venezuela betonte Trump immer wieder sein Interesse an den Ölvorkommen des Landes. Venezuela verfügt über die größten Erdölreserven der Welt.

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