Politik | Ausland
01.09.2018

Trauerfeier für McCain: Trump nicht anwesend

Bei dem Gottesdienst sollten zwei ehemalige Präsidenten sprechen: Demokrat Barack Obama und Republikaner George W. Bush.

Eine Woche nach dem Tod des republikanischen US-Senators John McCain hat in Washington die zentrale Trauerfeier für den international geachteten Politiker begonnen. In der Nationalen Kathedrale wurde am Samstag sein Sarg aufgebahrt. US-Präsident Donald Trump nimmt an der Feier für seinen innerparteilichen Widersacher nicht Teil.

Unter hochrangigen Republikanern war McCain der schärfste Kritiker Trumps. Mehrere prominente Vertreter des Weißen Hauses gehörten am Samstag zwar zu den Gästen, aber nicht zu den Trauerrednern. Medienberichten zufolge hatte McCain sich gewünscht, dass Trump nicht an seiner Beerdigung teilnimmt.

Obama würdigte McCain

 Die früheren US-Präsidenten George W. Bush und Barack Obama haben dem verstorbenen US-Senator John McCain für seine politischen Verdienste gewürdigt. Obama sagte in seiner Trauerrede am Samstag in der Kathedrale von Washington, McCain habe durch sein Wirken "aus uns bessere Präsidenten" gemacht.

Obama bezeichnete McCain als "einen außergewöhnlichen Mann", Soldaten und Patrioten, der das Beste von Amerika verkörpert habe.McCain habe "den Senat besser gemacht und das Land besser gemacht hat", sagte Obama, der 2008 die Präsidentschaftswahl gegen den Republikaner McCain gewonnen hatte.

Zuvor hatte sich George W. Bush in seiner Trauerrede ähnlich geäußert. "Er hat auch mich besser gemacht", sagte Bush, der sich im Jahr 2000 bei den Vorwahlen der Republikaner gegen McCain durchgesetzt hatte. Bush und Obama waren auf persönlichen Wunsch McCains als Trauerredner zu der Zeremonie geladen worden.

Trump würdigte McCain erst nach öffentlichem Druck

Nach dem Tod McCains hatte Trump die Verdienste des Senators und Kriegsveteranen erst nach massivem öffentlichem Druck gewürdigt. Bei einer Trauerfeier im US-Kapitol am Freitag hatte Vizepräsident Mike Pence den Verstorbenen geehrt.

An dem Gottesdienst am Samstag nahmen mehr als 3.000 Menschen teil, darunter zahlreiche hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft. Deutschland wurde auf Bitten von Bundeskanzlerin Angela Merkel von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble vertreten.

Am Sonntag soll McCain auf dem Gelände der Marineakademie in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland mit militärischen Ehren beigesetzt werden. McCain war am vergangenen Samstag auf seiner Ranch in Arizona an den Folgen eines Gehirntumors gestorben.