Telekomgigant soll von CIA Millionen erhalten

Ein AT&T-Geschäft mit dem Firmenlogo über dem Eingang.
Während in London die Geheimdienstchefs zum Rapport antreten mussten, gibt es in den USA neue Enthüllungen.

Die Horch-Affäre der diversen Geheimdienste dies- und jenseits des Atlantiks ziehen immer neue Enthüllungen nach sich. Die New York Times berichtete am Donnerstag, dass die CIA dem US-amerikanischen Branchenriese AT&T pro Jahr über 10 Millionen Dollar für den Zugang zu Verbindungsdaten zahlt. Dabei gehe es um Telefonanrufe außerhalb der USA. Die Informationen kommen zur Unzeit für AT&T, der angeblich die Übernahme des Konzerns Vodafone plant. Die Zusammenarbeit zwischen AT&T und der CIA laufe auf freiwilliger Vertragsbasis und nicht auf Gerichtsanordnung, schrieb die New York Times.

Rede und Antwort

Während in den USA der Austausch "Daten gegen Geld" die Öffentlichkeit beschäftigt, wurden in Großbritannien die Chefs der drei britischen Geheimdienste ins Parlament geladen. Sie mussten Auskunft über die Snowden-Affäre geben - und zwar erstmals öffentlich. Die Befragung der Chefs von MI5, MI6 und GCHQ durch den Ausschuss wurde vom Fernsehen übertragen, allerdings mit einer Verzögerung von zwei Minuten. Durch die Verzögerung sollte gegebenenfalls verhindert werden, dass unerwünschte Enthüllungen an die Öffentlichkeit gelangen.

Die Enthüllungen Snowdens hätten Großbritannien großen Schaden zugefügt, so MI6-Chef John Sawers vor dem Parlamentsausschuss. "Sie haben unsere Operationen in Gefahr gebracht, unsere Gegner reiben sich vor Freude die Hände". Der Chef des GCHQ, Iain Lobban, sagte vor den Abgeordneten, als Reaktion auf Snowdens Enthüllungen hätten "Terrorgruppen" in der arabischen Welt und in Afghanistan reagiert und ihre Kommunikationswege geändert. Es seien nahezu täglich Unterhaltungen darüber abgefangen worden, wie die Gruppen ihre nun als unsicher entlarvten Kommunikationsmethoden künftig vermeiden wollten.

In Großbritannien sind mehrere Geheimdienste aktiv. Unter anderem haben innerhalb der Armee sowohl Heer als auch Luftwaffe und Marine ihre eigenen Spionage-Abteilungen. Bekannt sind vor allem die drei großen Nachrichtendienste. Sie spielen international als Mitglied der "Five Eyes" eine große Rolle - der breiten Öffentlichkeit sind sie vor allem aus Agentenromanen ein Begriff:

- MI5: Heißt offiziell Security Service und wird auch als Inlandsgeheimdienst bezeichnet. Die "Military Intelligence, Section Five" hat die Aufgabe, die nationale Sicherheit Großbritanniens im Innern zu gewährleisten. MI5-Agenten sind vor allem bei der Jagd auf Terrorverdächtige aktiv, spielten bei den Unruhen in Nordirland eine große Rolle und sollen das Land vor Sabotage und auch fremden Spionageangriffen schützen.

- MI6: Der British Secret Intelligence Service ist der Auslandsgeheimdienst. Um ihn ranken sich zahlreiche Legenden, unter anderem ist er das Vorbild für den Arbeitgeber von Film-Spion James Bond. Sein erster Chef Mansfield Smith-Cumming zeichnete alle Unterlagen mit dem Kürzel "C" - daraus wurde später der Geheimdienstchef "M" in den Bond-Filmen. Der MI6 spielte unter anderem im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg bei der Spionage gegen die Sowjetunion eine wesentliche Rolle. Er verfügt über ein weltumspannendes Agentennetz.

- GCHQ: Das Government Communications Headquarters ist für sämtliche technischen Bereiche zuständig. Seine Bedeutung ist - in der Relation zu Kommandoaktionen - im Computer- und Internetzeitalter massiv gestiegen. Die Mitarbeiter sind vor allem mit der Erfassung und Auswertung von Daten und weiteren technischen Spionagemethoden befasst. Zudem sollen sie die Internet-Infrastruktur des Landes schützen.

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