Politik | Ausland
07.07.2018

Tausende Syrer kehren nach Abkommen in ihre Häuser zurück

320.000 Menschen waren in der syrischen Provinz Deraa wegen Bombardierungen und Luftangriffe geflohen.

Tausende geflüchtete Syrer sind nach den heftigen Bombardierungen der vergangenen Tage in ihre Häuser im Süden des Landes zurückgekehrt.

Die Kämpfe seien seit Freitagmittag größtenteils eingestellt worden, nachdem sich die Rebellen in der Provinz Deraa und Syriens Verbündeter Russland auf ein entsprechendes Abkommen geeinigt hatten, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag. Mehr als 320.000 Menschen waren wegen der Bombardierungen und Luftangriffe in den vergangenen Tagen nach UNO-Angaben geflohen. Zehntausende waren schutzlos an der nahen jordanischen Grenze gestrandet.

 

Die syrische Armee hatte am späten Freitagnachmittag wieder die Kontrolle über den syrisch-jordanischen Grenzübergang übernommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete. Der Übergang stand mehr als drei Jahre unter der Kontrolle von Rebellen.

Deraa gilt als Ausgangspunkt der Proteste gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und ist eine der letzten Regionen in Syrien, die noch von Rebellen kontrolliert wird. Teil der Abmachung ist auch die Übergabe schwerer Waffen durch die Rebellen.

Papst über Nahen Osten: "Von dunklen Wolken bedeckt"

Bei einem ökumenischen Treffen mit hochrangigen Vertretern orientalischer und orthodoxer Kirchen hat Papst Franziskus zu größeren Friedensanstrengungen für den krisengeschüttelten Nahen Osten aufgerufen. Die Region werde momentan "von dunklen Wolken bedeckt", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Samstag bei einer Zeremonie im süditalienischen Bari.

Als Hauptprobleme nannte er "Krieg, Gewalt und Zerstörung", die Besetzung bestimmter Gebiete, einen ausgemachten Fundamentalismus und eine "erzwungene Migration". Neben dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist die Region von mehreren Bürgerkriegen gebeutelt, wie etwa in Libyen und Syrien sowie im Irak und im Jemen. Zudem verübt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) immer wieder Anschläge.

Der Papst sagte, er sei mit seinen Gedanken und seinem Herzen im Nahen Osten, "der Knotenpunkt der Kulturen und die Wiege der großen monotheistischen Religionen".

Franziskus beklagte zudem die angespannte Situation für die christlichen Minderheiten in der Region - die Zahl der gläubigen Christen im Nahen Osten sinkt auch angesichts von islamistischen Attacken stetig. "Die Präsenz unserer Brüder und Schwestern (könnte) schwinden und das Gesicht der Region entstellen. Denn ein Naher Osten ohne Christen wäre nicht der Nahe Osten."