Politik | Ausland
21.06.2018

Tausende Menschen flohen vor Kämpfen im Südwesten Syriens

© Bild: APA/AFP/NAZEER AL-KHATIB

Allein in den vergangenen 48 Stunden seien rund 12.500 Zivilisten aus Rebellengebieten der Provinz Deraa geflohen.

Im Südwesten Syriens haben Beobachtern zufolge Luftangriffe der Regierungstruppen Tausende Menschen in die Flucht getrieben. Allein in den vergangenen 48 Stunden seien rund 12.500 Zivilisten aus Rebellengebieten der Provinz Deraa geflohen, teilte die Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mit. Das Kriegsgeschehen hatte sich zuletzt in das Gebiet an der Grenze zu Jordanien verlagert.

Es handelt sich dabei um eine der letzten Regionen, die nach sieben Jahren Bürgerkrieg noch von den Aufständischen kontrolliert werden. Zuvor hatten die Truppen von Präsident Bashar al-Assad die Rebellenhochburgen nahe der Hauptstadt Damaskus und in Homs unter ihre Kontrolle gebracht.

Die Provinz Deraa liegt in einer Zone, in der eine von Russland, den USA und Jordanien vermittelte Waffenruhe bisher für eine Eindämmung der Kämpfe gesorgt hatte. Eine Großoffensive der Assad-Regierung könnte zur Eskalation des Konflikts in einem Gebiet führen, das an die von Israel besetzten Golanhöhen grenzt und damit auch für Israel von strategischer Bedeutung ist. Das Land fürchtete einen wachsenden Einfluss seines Erzfeinds Iran in Syrien. Die USA haben Assad erst kürzlich vor einem Militäreinsatz in dem Gebiet gewarnt.