Militärflughafen angegriffen: Syrien beschuldigt Israel
In der Nacht auf Freitag meldeten die syrischen Staatsmedien mehrere Explosionen auf dem Militärflughafen Masseh nahe Damaskus. Der regierungsnahe Sender Sana TV berichtete, der Flughafen sei Ziel eines Luftangriffs gewesen. Sicherheitskreise sagten der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass mindestens vier Menschen bei dem Angriff verletzt worden seien.
Steckt Israel hinter Angriff?
Regimenahe Medien berichteten davon, dass die Raketen von israelischen Kampfjets abgeschossen worden seien. Demnach sei der Flughafen im Südwesten der syrischen Hauptstadt von mindestens acht Bomben getroffen worden, deren Explosionen ein Feuer in dem Gebäude entfacht hätten.
Seitens der israelischen Armee hieß es auf Anfrage der dpa dazu nur: "Kein Kommentar".
Der Flughafen ist Sitz des berüchtigten Geheimdienstes der Luftwaffe, der dort über ein großes Gefängnis verfügt.
Selbstmordattentat
Am Abend hatte sich zudem ein Attentäter in Damaskus in die Luft gesprengt. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, der Mann habe in der Nähe eines Sportvereins seinen Sprengstoffgürtel gezündet und sieben Menschen mit in den Tod gerissen. Die den Regierungsgegnern nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von mindestens neun Toten, einschließlich des Selbstmordattentäters. Nach ihren Angaben ereignete sich der Anschlag in der Nähe von militärischen und Geheimdiensteinrichtungen. Unter den Opfern seien vier Soldaten. Die Hintergründe des Anschlags waren zunächst unklar. In der von der Regierung kontrollierten Hauptstadt Damaskus kommt es eigentlich selten zu Anschlägen.
Friedensgespräche
Ungeachtet dessen mehren sich die Anzeichen, dass Russland bereit ist, die USA zurück an den Verhandlungstisch über eine Friedenslösung für Syrien zu holen. Russland sei einverstanden, die USA zu dem Treffen am 23. Jänner einzuladen, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstagabend in Genf. "Niemand kann die Rolle der USA ignorieren." Dies sei eine "prinzipielle Position" der Türkei. Ziel der Diskussionen sei es, die beste politische Lösung zu finden.
Die Gespräche zwischen der syrischen Führung und den Rebellen über die Zukunft des Landes sollen am 23. Jänner in der kasachischen Hauptstadt Astana stattfinden - drei Tage zuvor tritt Donald Trump sein Amt als US-Präsident an. Die Gespräche stehen unter der Schirmherrschaft Russlands, der Türkei und des Iran (mehr dazu hier).
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