Hilfe kommt nach Homs

© Reuters/YAZAN HOMSY

Verhandlungen
02/07/2014

Syrien: Zivilisten verlassen Homs

Evakuierung: Erstmals Einigung auf Waffenstillstand im Bürgerkrieg.

Ein kleiner Lichtblick: Nach den gescheiterten ersten Verhandlungen in Genf hat sich syrische Führung offenbar bereit erklärt, auch an einer zweiten Runde Verhandlungen teilzunehmen. Das sagte Vize-Außenminister Faisal Mekdad am Freitag im syrischen Staatsfernsehen. In drei Tagen sollen die Verhandlungen ebenfalls in Genf starten. Die syrische Opposition hatte bereits zum Ende der ersten Verhandlungsrunde hin ihre Teilnahme an der Fortsetzung erklärt.

Der internationale Sondergesandte Lakhdar Brahimi hatte Ende Jänner verkündet, dass die syrische Regierung zugesagt habe, Frauen und Kinder aus der belagerten Stadt Homs zu lassen. Anschließend warfen Opposition und Regierung sich aber gegenseitig vor, die Umsetzung der Abmachung zu blockieren. Zudem gab es keine Einigung zu den in der Stadt eingeschlossenen Männern und zur Belieferung mit Hilfsmitteln.

Hilfe für Homs läuft an

Nun soll die Hilfe für Homs aber anlaufen: Nach US-Angaben startet der Einsatz am Freitag und schließe eine humanitäre Pause für die Evakuierungen und die Versorgung der Bevölkerung ein, sagte US-Außenamtssprecherin Jen Psaki am Donnerstag. Sie betonte, dass die Evakuierungen kein "Ersatz für eine sichere, regelmäßige und uneingeschränkte Lieferung humanitärer Hilfe sein könnten.

18 Monate waren Zivilisten in der Altstadt von Homs eingeschlossen – nun dürfen sie das Gebiet verlassen. Die UNO und die Syrische Regierung hatten sich zuvor auf die Evakuierung der von den Regierungstruppen belagerten Stadtteile geeinigt. Am Freitag wurden die ersten 20 Zivilisten aus der Stadt gebracht, weitere Frauen, Kinder und ältere Menschen sollten folgen. Sie erhalten Essen, Unterkünfte und medizinische Hilfe.

Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte leben 2500 Zivilisten ohne ausreichend Nahrung und Medikamente in von Rebellen kontrollierten Vierteln der Stadt, die von der syrischen Armee seit Juni 2012 belagert und beschossen werden. Für die Zeit der Evakuierung wurde ein Waffenstillstand ausgehandelt.

In der Stadt Aleppo leiden Zivilisten ebenfalls an den anhaltenden Angriffen der syrischen Armee. UNO Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte besonders den Einsatz von Fassbomben. Durch diese Fässer, die mit Sprengstoff und Metallteilen gefüllt sind, wurden in den letzten Tagen 250 Menschen getötet, davon 73 Kinder.

Putin soll Einfluss nutzen

Zum Beginn der Olympischen Spiele in Sotschi haben indes Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Show von Russlands Präsident Wladimir Putin mehr Einsatz für einen Frieden in Syrien gefordert. "Geben Sie der Welt eine wahre Olympiaeröffnung: Öffnen Sie Syrien für humanitäre Hilfe", heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Aufruf, der von 47 Prominenten unterzeichnet wurde. "Präsident Putin kann der Welt zeigen, dass die ehrgeizigsten Spiele der Geschichte dafür genutzt werden, ein politisches Erbe zu hinterlassen, auf dass das ganze russische Volk stolz sein kann", heißt es in dem Aufruf. Russland solle Druck machen, damit die Bürgerkriegsparteien die Gewalt beenden, Hilfsorganisationen passieren lassen und Zivilisten schonen. "Russland kann das nicht allein." Putin habe aber gezeigt, dass er zu erfolgreichen Verhandlungen in der Lage ist und erheblichen Einfluss in Syrien hat.

Zu den Unterzeichnen gehören unter anderen die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, der Musiker Peter Gabriel, die Unternehmer Richard Branson und George Soros sowie der Erzbischof von Kapstadt, Thabo Makgoba, und sein Vorgänger, Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu.

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