Politik | Ausland
30.11.2017

Syrien-Krieg: Russland bereitet Abzug seiner Truppen vor

Die "Vorbereitungen laufen", sagte ein Sekretär des Sicherheitsrats.

Russland bereitet nach eigenen Angaben den Abzug seiner Truppen aus Syrien vor. "Die Vorbereitungen laufen", zitierte die Nachrichtenagentur RIA am Donnerstag den Sekretär des Russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patrutschow.

Russland wird präsent bleiben

Generalstabschef Waleri Gerassimow hatte vor einer Woche angekündigt, Russland dürfte einen großen Teil seiner Soldaten aus dem Bürgerkriegsland abziehen. Damit könne bis Ende des Jahres begonnen werden. Vermutlich werde Russland jedoch unter anderem mit zwei Stützpunkten im Land präsent bleiben.

Die Regierung in Moskau ist mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad verbündet. Insbesondere die russische Luftwaffe hat zu den jüngsten Erfolgen der Regierungstruppen gegen Rebellengruppen und der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) entscheidend beigetragen.

Humanitärer Notfall

Die Vereinten Nationen haben in der Zwischenzeit die belagerte Rebellenenklave Ost-Ghouta in Syrien zum "humanitären Notfall" erklärt. Das Leid der 400.000 Zivilisten in der Vorstadt von Damaskus sei unerträglich, sagte UNO-Nothilfekoordinator Jan Egeland am Donnerstag in Genf. Nur wenige Tausend Menschen hätten unter größten Mühen und Gefahren versorgt werden können.

500 Menschen, darunter Verletzte und Kinder, schwebten wegen Unterernährung und fehlender Behandlung in Lebensgefahr. "Wir sind frustriert, wütend und schockiert", sagte Egeland an die Adresse der Kriegsparteien. In Genf verhandeln aktuell die syrischen Konfliktgegner über Wege zur Beilegung des Konflikts.

Seit sieben Jahren Bürgerkrieg

Während die Hilfe für Menschen in den von der Regierung kontrollierten Gebieten meist klappe, sei der Zugang über die Kampflinien hinweg äußerst schwierig, sagte Egeland. Die Kämpfe hätten allein heuer 440.000 Menschen aus ihrer Heimat in andere Gebiete Syriens vertrieben. Dies übersteige die Zahl der Rückkehrer um etwa das Dreifache.

Die Aussichten auf eine baldige Friedenslösung für Syrien nach fast sieben Jahren Bürgerkrieg sind gering. Die sieben vorausgegangenen Verhandlungsrunden in Genf hatten keine Annäherung gebracht.