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Syrien
02/09/2014

Erste Hilfsgüter in belagerter Stadt Homs verteilt

Die UNO hat die belagerte Großstadt erreicht - die Waffenruhe hält nicht, der Konvoi wurde beschossen.

Zum ersten Mal haben Helfer dringend benötigte Lebensmittel und Medikamente in seit Monaten belagerten syrische Stadt Homs gebracht. Ein erster Hilfskonvoi erreichte die Altstadt am Samstag, wie die Hilfsorganisation Roter Halbmond mitteilte. Zuvor hatte sich die Hilfslieferung stundenlang verzögert, weil der Konvoi beschossen worden war.

Wie der Rote Halbmond, die Entsprechung des Roten Kreuzes, auf Twitter mitteilte, verteilten Mitarbeiter der Hilfsorganisation und der Vereinten Nationen 250 Pakete mit Lebensmitteln, 190 Hygiene-Sets und Medikamente. Anschließend verließen die Helfer die Altstadt wieder.

Wer hat geschossen?

Auf der Fahrt nach Homs war der Fahrzeugkonvoi nach Angaben des Roten Halbmonds beschossen worden. Ein Fahrer des Lastwagenkonvois sei dabei leicht verletzt worden. Der Rote Halbmond äußerte sich nicht zu der Frage, von wem die Angriffe auf den Konvoi ausgingen. Regierung und islamistische Aufständische hatten sich gegenseitig vorgeworfen, die am Freitag vereinbarte dreitägige Waffenruhe für Homs gebrochen zu haben.

Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Sana warf Gouverneur Talal al-Barazi "bewaffneten Terrorgruppen" vor, das Polizeihauptquartier mit Mörsern beschossen zu haben. Eine Aktivistengruppe im Zentrum von Homs erklärte dagegen, die Altstadt und eine Straße, über welche die Hilfslieferungen gebracht werden sollten, seien mit Granaten beschossen worden. Diese seien aus Vierteln abgefeuert worden, die von den Regierungstruppen gehalten würden.

Zivilisten ohne Nahrung

In der von Rebellen im Sommer 2012 eingenommenen und von Regierungstruppen umstellten Altstadt von Homs sitzen nach UNO-Angaben rund 2.500 Zivilisten ohne ausreichende Nahrung und Medikamente fest. Schon seit Monaten stehen die dringend benötigten Hilfsgüter in einem UNO-Lagerhaus außerhalb der Stadt bereit.

Nach Angaben eines UNO-Vertreters sollten insgesamt Notrationen für 2.500 Menschen, Medikamente, Bettzeug, Bargeld und andere Hilfsgüter nach Homs gebracht. Sie seien sowohl für diejenigen bestimmt, die die Stadt verlassen, als auch für diejenigen, die dortbleiben wollten.

Am Freitag, dem ersten Tag des von der UNO vermittelten Waffenstillstands, hatten mehr als 80 Frauen, Kinder und ältere Männer die umkämpften Viertel verlassen können. Am Samstag und Sonntag sollte die Hilfsaktion fortgesetzt werden. Bei der internationalen Syrien-Konferenz Ende Jänner in Genf hatte die syrische Regierung zugesagt, die Hilfsaktion für die Menschen in Homs zu ermöglichen. Doch gab es erst diese Woche eine Einigung auf den konkreten Ablauf.

Gespräche gehen weiter

Am Montag gehen die Friedensgespräche in der Schweiz weiter. Zur Vorbereitung der Konferenz telefonierte US-Außenminister John Kerry am Samstag mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. Nach Angaben des Außenministerium ins Moskau ging es in dem Telefonat um "die Situation in Syrien" und die neuen Verhandlungen.

In dem Land herrscht ein Bürgerkrieg, der im März 2011 mit Protesten gegen Präsident Bashar al-Assad begonnen hatte. Am Samstag wurden bei Fassbomben-Angriffen in Aleppo mindestens 20 Menschen getötet, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Auch die Rebellenhochburg Daraya südwestlich von Damaskus wurde demnach mit aus Hubschraubern abgeworfenen sprengstoffgefüllten Fässern bombardiert. Weitere 16 Tote gab es demnach in der Provinz Daraa im Süden des Landes.

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