Politik | Ausland
24.03.2018

Syrien: Armee rückt in weiteres Rebellengebiet in Ost-Goutha ein

Damit kontrolliert die Armee insgesamt etwa 90 Prozent der seit 2013 belagerten Region.

Die syrische Armee ist in eines der letzten Rebellengebiete Ost-Ghoutas eingerückt. Die Kämpfer von Präsident Baschar al-Assad hätten am Samstag damit angefangen, Barrikaden in der Stadt Harasta wegzuräumen, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Auch Ingenieure des Militärs stünden bereit, um gelegte Sprengsätze zu entschärfen.

Am Freitagabend hatten nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bereits die letzten Kämpfer der radikalen Rebellengruppe Ahrar al-Scham das östlich von Damaskus gelegene Harasta verlassen.

Damit kontrolliert die Armee insgesamt etwa 90 Prozent der seit 2013 belagerten Region Ost-Ghouta nahe der Hauptstadt Damaskus. Aus syrischen Militärkreisen hieß es, mehr als 1000 Aufständische seien mit ihren Familien abgezogen. Die Region erlebt seit mehr als einem Monat die schwersten Angriffe von Regierungstruppen seit Beginn des Bürgerkriegs vor rund sieben Jahren. Dabei sind nach Angaben der Beobachtungsstelle mehr als 1600 Zivilisten ums Leben gekommen.

 

Die Rebellen aus Harasta erreichten den Menschenrechtlern zufolge am Samstag mit Bussen den von Aufständischen kontrollierten Nordwesten des Bürgerkriegslandes. Es handele sich geschätzt um 4700 Menschen, die Harasta in den vergangenen Tagen verlassen hätten.

Regierungsgegner kontrollieren nur noch zwei voneinander getrennte kleinere Zonen in Ost-Ghouta. Nach dem Abkommen mit Ahrar al-Scham einigte sich Syriens Armee am Freitag unter Vermittlung Russlands auch mit der islamistischen Miliz Failak al-Rahman auf einen Abzug aus einer der beiden Zonen. Den Rebellen bliebe dann künftig nur noch ein kleines Gebiet im Norden Ost-Ghoutas.