Politik | Ausland
20.02.2018

Südafrika: Ramaphosa verteidigt Enteignung von Land

Weiße in Südafrika besitzen auch 24 Jahre nach dem Ende des Apartheid-Regimes noch das meiste Land.

Südafrikas neuer Präsident Cyril Ramaphosa will die Umverteilung des Landbesitzes notfalls auch mit entschädigungslosen Enteignungen durchsetzen. Die Enteignung des Landes durch Weiße sei die "Erbsünde" Südafrikas, die es richtigzustellen gelte, forderte Ramaphosa am Dienstag im Parlament in Kapstadt.

Der Staatschef betonte jedoch, bei der Umverteilung an schwarze Südafrikaner müsse behutsam vorgegangen werden. Es dürfe keine Gewalt und keine Beeinträchtigung der landwirtschaftlichen Produktion geben. Weiße in Südafrika besitzen auch 24 Jahre nach dem Ende des rassistischen Apartheid-Regimes noch das meiste Land.

Die Enteigungen hätten entscheidend zur "Verarmung" schwarzer Südafrikaner beigetragen, sagte Ramaphosa. Der 65-Jährige war am Donnerstag zum Präsidenten gewählt worden, nachdem sein Vorgänger Jacob Zuma nach großem Druck des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) nach neun Jahren an der Macht zurückgetreten war. Zumas Präsidentschaft war seit geraumer Zeit von schweren Korruptionsvorwürfen überschattet.

Ramaphosa ist ein früherer Gewerkschaftsführer, der als Investor und Unternehmer zum Multimillionär wurde. Er war seit 2014 Zumas Vizepräsident und gilt als pragmatischer Managertyp.