Politik | Ausland
31.07.2018

Simbabwe-Wahl: Oppositionsführer spricht von "haushohem" Gewinn

Erste freie Wahlen nach der Ära Mugabe: Hohe Beteiligung bei historischer Abstimmung.

Simbabwes Oppositionsführer Nelson Chamisa hat einen Tag nach der historischen Wahl in Simbabwe einen "haushohen" Gewinn für sich reklamiert. Seine Partei habe "außerordentlich gut" abgeschnitten, schrieb Chamisa am Dienstag auf Twitter. Demnach lägen seiner Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) Ergebnisse aus "der Mehrheit der mehr als 10.000 Wahllokalen" vor.

Erste freie Wahlen seit vier Jahrzehnten

"Wir sind bereit, die nächste Regierung zu stellen", erklärte der 40-Jährige. In Simbabwe hatten am Montag zum ersten Mal seit fast vier Jahrzehnten freie Wahlen stattgefunden. Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Robert Mugabe im vergangenen November gingen die Bürger am Montag weitgehend friedlich zu den Urnen, um einen Präsidenten zu wählen und das Parlament sowie die Kommunalvertretungen neu zu besetzen.

Hohe Wahlbeteiligung

Vertreter der Wahlbehörden schätzten die Wahlbeteiligung kurz vor Schließung der Wahllokale am Montag auf 75 Prozent. Auch Wahlbeobachter der EU gingen von einer hohen Wahlbeteiligung aus. Der Chef der EU-Wahlbeobachtermission, der CDU-Politiker Elmar Brok, sprach allerdings von "Mängeln" bei der Wahl, denen nachgegangen werden müsse.

Amtsinhaber Mnangagwa als Favorit

Chamisa gilt neben Amtsinhaber Emmerson Mnangagwa als aussichtsreichster Kandidat für das Amt des Präsidenten. Mnangagwa, ehemaliger Mugabe-Vertrauter und Vorsitzender der Regierungspartei Zanu-PF, hatte sich bei der Stimmabgabe "glücklich" über den friedlichen Verlauf der Wahl gezeigt.

Ergebnisse am Samstag

Offizielle Ergebnisse werden für den 4. August erwartet. Sollte keiner der insgesamt 23 Präsidentschaftskandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen, kommt es am 8. September zur Stichwahl.