Kurz sieht in Vucic Garant für Stabilität

Zwei Männer in Anzügen umarmen sich in einem Büro.
EU-Annäherung: Serbiens Premier Alexander Vucic und Sebastian Kurz pflegen ein gutes Verhältnis.

Der serbische Premierminister Alexander Vucic erwartet Außenminister Sebastian Kurz mit einer heftigen Umarmung. Bei der Pressekonferenz verspricht er dem Österreicher, er werde ihn in der EU für jeden Posten wählen, sobald Serbien in der EU ist. Vucic weiß, dass er in Kurz einen wichtigen Unterstützer hat. Und Kurz zeigt sich im KURIER-Gespräch überzeugt davon, dass Vucic es ernst meint, wenn er in Serbien Reformen durchführt und die Korruption abstellen will.

Vucic hat seine politische Karriere als Nationalist begonnen, will jetzt aber Serbien in die EU führen. Für Kurz ist er ein Garant für Stabilität: "Er tut das, was er im Wahlkampf versprochen hat. Der Fortschrittsbericht der EU zeigt, wie positiv sich Serbien entwickelt. Ich gehe davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren der neuen Kommission alle Schritte für einen Beitritt Serbiens abgeschlossen werden können. Dann wird Serbien die Möglichkeit zum Beitritt haben."

Hochwasserhilfe

Vucic bedankte sich bei den Österreichern und ausdrücklich auch bei den KURIER-Lesern, die nach der Flutkatastrophe so schnell geholfen haben. Und er zeigt der Delegation mit Caritas-Präsident Michael Landau, Rot-Kreuz-Präsident Gerald Schöpfer und Raiffeisen-Obmann Erwin Hameseder ein dickes Buch, wo jede Geldzuwendung an betroffene Familien dokumentiert ist. Wer denn den Serben nach der Katastrophe am stärksten geholfen habe, fragt ein Journalist Vucic bei der gemeinsamen Pressekonferenz, war das Russland? "Nein", meint Vucic, "das waren die Arabischen Emirate, und dann kommen schon die Österreicher, nochmals vielen Dank." Nach seinem Treffen mit Vucic war eine Unterredung mit Kurz’ Amtskollegen Ivica Dacic geplant. Der hatte am selben Tag in einem Zeitungsinterview mit dem Vorschlag aufhorchen lassen, den Kosovo teilen zu wollen. Später wollte Kurz die westserbische Stadt Sabac besuchen, wo mit österreichischen Geldern Projekte durchgeführt werden.

Belgrad ist die zweite Hauptstadt nach Ankara, in der jetzt eine Integrationsbeauftragte an der Botschaft tätig wurde. Belma Cokovic war 1990 als Kind mit ihrer Familie aus Montenegro ausgewandert, kam nach Traiskirchen, wuchs in der Steiermark auf und war zuletzt als Sprachlehrerin in Graz tätig. Jetzt wird sie sich um Zuwanderer aus Serbien kümmern.Integration muss so früh wie möglich beginnen, so Kurz. Auf den Krieg in Syrien angesprochen sagt Kurz: "Die Militärintervention um Menschenleben zu retten, ist notwendig, Österreich hat sich entscheiden, Teil der Koalition gegen den IS Terror zu sein. Wenn wir zusehen, gibt es einen Genozid."

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