Politik | Ausland
03.08.2018

Selbstmordanschlag auf Moschee in Afghanistan: Mehr als 30 Tote

Während des Freitagsgebets sind zwei Bewaffnete in die Moschee der Provinzhauptstadt Gardes eingedrungen

Bei einem Angriff auf eine schiitische Moschee in der ostafghanischen Provinz Paktia sind mindestens 31 Menschen getötet worden. Mindestens weitere 81 Menschen seien verletzt worden, sagte der Sprecher der Provinzregierung, Abdullah Hasrat.

Laut Polizeiangaben drangen während des Freitagsgebets zwei Bewaffnete in die Moschee in der Provinzhauptstadt Gardes ein und eröffneten das Feuer auf die Gläubigen. Beide Attentäter, die Frauenkleidung trugen, hätten kurz darauf ihre Sprengstoffwesten gezündet, sagte der örtliche Polizeisprecher Sardar Wali Tabasum.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff. Die radikalislamischen Taliban bestritten in einer Nachricht auf Twitter jegliche Beteiligung.

In Gardes leben Schätzungen zufolge rund 100.000 Menschen. Nach Angaben der Provinzregierung ist die schiitische Gemeinde in der Stadt äußerst klein - ihr gehören lediglich rund 200 Familien an. Sie alle würden in der gleichen Nachbarschaft wohnen, sagte Hasrat.

Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten

Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten sind in Afghanistan traditionell nicht stark ausgeprägt. Sie nehmen aber zu, seit die in Afghanistan seit 2015 präsente Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit einer Anschlagsserie auf Schiiten begonnen hat. Betroffen war bisher vor allem die Hauptstadt Kabul.

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden im ersten Halbjahr 2018 bei gezielten Angriffen auf Schiiten in Afghanistan 115 Menschen getötet und 251 verletzt, fast alle davon durch Selbstmordattentate, die der IS für sich reklamierte.