┬ę APA/AFP/ANTONIO SEMPERE

Politik Ausland
05/17/2021

Schwimmend in spanische Enklave: 6.000 Migranten in Ceuta angekommen

Eine Rekordzahl von 2700 Migranten an einem Tag erreichte von Marokko spanisches Gebiet in Nordafrika.

n der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta sind bis Dienstag fr├╝h etwa 6.000 Migranten aus Marokko angekommen. Davon seien bereits 1.600 in das Nachbarland zur├╝ckgebracht worden, sagte Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska dem TV-Sender RTVE. Bei etwa 1.500 der seit Montag angekommenen Menschen handle es sich um Minderj├Ąhrige. Auf marokkanischer Seite gebe es immer noch Menschen, die versuchen wollten, illegal nach Ceuta zu kommen, sagte der Minister.

Noch nie zuvor waren so viele Menschen binnen eines Tages in die kleine Exklave mit rund 85.000 Einwohnern gekommen. Marokko hatte die Kontrolle der angrenzenden Str├Ąnde ohne Erkl├Ąrung ausgesetzt. Tausende nutzten die Chance, um an der K├╝ste bis an den Grenzzaun zu Ceuta zu gehen. Von dort mussten sie nur um eine Mole herumschwimmen, um nach Ceuta zu gelangen.

Die Beh├Ârden der Exklave wurden v├Âllig ├╝berw├Ąltigt und konnten nicht mehr tun, als Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Ein Mensch ertrank. Die Erwachsenen, die zun├Ąchst in der Stadt umherirrten, wurden in ein Stadion gebracht. Die Minderj├Ąhrigen wurden in einem inzwischen v├Âllig ├╝berf├╝llten Auffanglager untergebracht.

Die spanische Zeitung "El Pa├şs" beschrieb die Lage vor Ceuta am Vortag als eine "Autobahn auf dem Meer". Die meisten der Ankommenden seien M├Ąnner, aber es seien auch Frauen und Familien mit Babys darunter gewesen. Einige hatten Schwimmringe oder kleine Schlauchboote dabei. Nach unbest├Ątigten Medienberichten hatten sich auch in der marokkanischen Hafenstadt Tanger Migranten aus L├Ąndern s├╝dlich der Sahara auf den Weg in Richtung Ceuta gemacht.

Spanischen Regierungskreisen zufolge sind inzwischen Soldaten nach Ceuta verlegt worden. Diese w├╝rden dort zusammen mit der Polizei an der Grenze patrouillieren, sagte ein Vertreter des spanischen Innenministeriums am Dienstag. Um wie viele Soldaten es sich handle, sagte er nicht. Zudem seien zus├Ątzlich 200 Polizisten nach Ceuta entsandt worden.

Indes erreichten ├╝ber 80 Fl├╝chtlinge zudem die spanische Exklave Melilla. Nach Angaben der ├Ârtlichen Beh├Ârden versuchten mehr als 300 Menschen aus afrikanischen L├Ąndern s├╝dlich der Sahara, von Marokko aus den Grenzzaun zu ├╝berwinden. Den Beh├Ârden sei es gelungen, rund 200 Menschen zur├╝ckzuhalten. 85 M├Ąnner und eine Frau konnten die Absperrung ├╝berwinden.

Nach Einsch├Ątzung spanischer Medien lie├č Marokko die Menschen nach Ceuta passieren, weil es dar├╝ber ver├Ąrgert ist, dass Spanien die medizinische Behandlung des Chefs der Unabh├Ąngigkeitsbewegung Polisario f├╝r Westsahara, Brahim Ghali, in einem Krankenhaus in Logro├▒o erlaubte. Marokko beansprucht das Gebiet an seiner S├╝dgrenze als Teil seines Staatsgebietes. Eine Erkl├Ąrung aus Rabat gab es zun├Ąchst nicht.

Westsahara an der nordafrikanischen Atlantikk├╝ste war bis 1975 spanische Kolonie. Marokko kontrolliert gro├če Teile des d├╝nn besiedelten Gebiets an seiner S├╝dgrenze. Die Polisario strebt nach Unabh├Ąngigkeit f├╝r die Westsahara. Marokko will der Region nur Autonomie zugestehen.

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