Im Hintergrund sieht IWF-Chefin Christine Lagarde dem griechischen Finanzminister Euklid Tsakalotos auf die Finger.

© REUTERS/FRANCOIS LENOIR

Schuldenkrise
07/24/2015

Griechenland beantragt offiziell neue IWF-Hilfen

Am Freitagabend veröffentlichte das griechische Finanzministerium den Brief an Christine Lagarde.

Griechenland hat nach offiziellen Angaben neue Hilfen beim Internationalen Währungsfonds (IWF) beantragt. Dies geht aus einem am Freitag veröffentlichten Schreiben von Finanzminister Euklid Tsakalotos an IWF-Chefin Christine Lagarde hervor. Die griechische Regierung hatte immer wieder Vorbehalte zur Beteiligung des IWF an künftigen Hilfen geäußert.

Am Freitagabend veröffentlichte das griechische Finanzministerium den Brief an den IWF. Darin beantragt Athen einen neuen dreijährigen Kredit, dessen Umfang nicht genannt wurde.

Zuvor hatte das deutsche Handelsblatt unter Berufung auf das Umfeld der Institutionen berichtet, die Athener Regierung habe den Währungsfonds lediglich eingeladen, mit über das neue Rettungsprogramm zu verhandeln. Das Hilfsprogramm des IWF läuft noch bis März 2016. Laut Beschluss des Euro-Gipfels von Mitte Juli musste das Land aber auch darüber hinaus Hilfen beim Währungsfonds beantragen.

Verhandlungsstart

Die Verhandlungen verzögern sich aber. Zunächst müssten organisatorische Probleme und insbesondere Sicherheitsfragen geklärt werden, verlautete am Freitag aus der EU-Kommission. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt. Griechische Regierungsvertreter hatten in dieser Woche erklärt, die Verhandlungen würden am Freitag beginnen. Ein Athener Regierungsvertreter sagte nun, die eigentlichen Verhandlungen könnten am Samstag starten.

Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte lediglich, Vertreter der Gläubiger sowie des Rettungsschirmes ESM würden voraussichtlich in den kommenden Tagen nach Athen reisen.

Athener Börse wird geöffnet

Etwas scheint jedoch fix zu sein: Griechenland bereitet die Wiedereröffnung der Athener Börse vor. Ein Sprecher des Betreibers sagte am Freitag, ein entsprechender Vorschlag sei an die Europäische Zentralbank (EZB) geschickt worden, um die Währungshüter nach ihrer Meinung zu befragen. Die Entscheidung liege beim Finanzministerium in Athen.

Nach den Plänen könnten ausländische Investoren ihre Anteile verkaufen und ihr Geld aus dem Euro-Staat abziehen, während dies inländischen Anlegern wegen der Beschränkungen des Kapitalverkehrs verwehrt bliebe. Sollte die Regierung schnell entscheiden, könnte am Montag in Athen wieder mit Aktien gehandelt werden. Wegen der dramatischen Zuspitzung der Schuldenkrise ist die Börse seit dem 29. Juni geschlossen.

Griechenland ist langsam wieder auf dem Weg zur Normalität, nachdem sich die Regierung mit den internationalen Gläubigern auf eine Brückenfinanzierung einigen konnte. So wurden die Kapitalverkehrskontrollen am Freitag gelockert. Firmen dürfen nun mehr Geld ins Ausland überweisen, um den Import von Rohstoffen zu erleichtern. Zudem stellte die Regierung beim Internationalen Währungsfonds einen förmlichen Antrag auf die Gewährung weiterer Kredite.

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