"Schuld wird nie wieder der Ort sein, der er mal war“

Bundeskanzlerin Merkel besucht die vom Hochwasser betroffenen Städte Schuld und Adenau.
Für die Zerstörung gibt es kaum Worte, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel im Katastrophengebiet.

Bei einem Besuch des weitgehend zerstörten Eifeldorfs Schuld hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) der Katastrophenregion umfassende Hilfe zugesagt. Die Regierungschefin sprach am Sonntag mit Bewohnern zerstörter Häuser und mit Einsatzkräften. Sie zeigte sich betroffen vom Ausmaß der Schäden im Kreis Ahrweiler und kündigte für August einen weiteren Besuch an.

Luftaufnahme von Überschwemmungen, die ein Dorf und angrenzende Felder verwüstet haben.

Die Flutkatastrophe - Behörden sprechen von "historischem Ausmaß"

Ein Militärfahrzeug fährt auf einer überfluteten Autobahn an umgestürzten Lastwagen vorbei.

Besonders stark betroffen das deutsche Bundesland Rheinland-Pfalz

Rettungskräfte der DLRG sind mit Booten im Hochwasser im Einsatz, während Autos im Wasser treiben.

Rettungseinsatz ist seit Tagen nur mittels Booten möglich

Mehrere Betonstrukturen ragen aus einem trüben Gewässer.

Überfluteter Friedhof 

Eine Frau und ein Feuerwehrmann stehen vor einem überfluteten Tal.

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz

Eine Brücke ist mit Trümmern und Schutt nach einer Überschwemmung bedeckt.

Zahlreiche Autobahnen, Brücken und Eisenbahnstrecken sind im Katastrophengebiet zerstört

Eine Frau schaufelt Schlamm vor beschädigten Häusern nach einer Überschwemmung.

Ausmaß der Schäden ist noch nicht bezifferbar

Armin Laschet und weitere Personen besuchen eine DLRG-Station.

„Die Unterstützungsbereitschaft, sie muss anhalten, im Großen wie im Kleinen“, sagt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einem Besuch im nordrhein-westfälischen Katastrophengebiet in Erftstadt.

Nach dem Unwetter in Nordrhein-Westfalen.

Bad Münstereifel

Nach dem Unwetter in Nordrhein-Westfalen

Autobergung auf der Autobahn B265 

Unwetter mit starkem Regen überschwemmen Teile Westdeutschlands.

Land unter in Bad Neuenahr-Ahrweiler 

Gewitter mit starkem Regen überschwemmen Teile Westdeutschlands.

Nach dem Unwetter in Rheinland-Pfalz.

Aufräumen in Bad Neuenahr-Ahrweiler

„Wir müssen schneller werden im Kampf gegen den Klimawandel“, sagte Merkel. „Wir müssen auch der Anpassung noch größere Aufmerksamkeit zuwenden.“ Die Mitigation, also die Anpassung an Auswirkungen von Klimawandel wie Dürre und Extremregen, sei nicht nur für Afrika ein Thema, sondern auch für Deutschland.

Merkel: "Wir stehen Seite an Seite"

„Schuld wird nie wieder der Ort sein, der er mal war“, sagte Ortsbürgermeister Helmut Lussi unter Tränen. Die Schäden allein in seinem Dorf habe ein Sachverständiger auf 31 bis 48 Millionen Euro beziffert.
„Wir stehen an Ihrer Seite“, versprach Merkel an die Adresse der anwesenden Bürgermeister und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). „Bund und Land werden gemeinsam handeln, um die Welt wieder Schritt für Schritt in Ordnung zu bringen in dieser wunderschönen Gegend.“ Es gehe darum, schnell zu handeln, aber mit langem Atem. Am Mittwoch werde die Bundesregierung ein Programm verabschieden für schnelle Hilfen, mittelfristige Aufgaben und die Wiederherstellung der Infrastruktur.

Heftige Regenfälle und Gewitter haben Deutschland getroffen.

Sie sei stellvertretend für alle betroffenen Gemeinden nach Schuld gekommen, sagte Merkel später vor dem Rathaus der Verbandsgemeinde Adenau, zu der das tiefer gelegene Schuld gehört. Sie habe sich an der Seite der Ministerpräsidentin „ein reales Bild von der surrealen, gespenstischen Situation“ machen wollen. Die deutsche Sprache kenne kaum ein Wort für die dort angerichteten Verwüstungen.

Gewitter mit starkem Regen ziehen über Deutschland hinweg.

Beruhigend sei die tatkräftige gegenseitige Hilfe, sagte Merkel. Deutschland sei ein starkes Land, das die jetzt anstehenden Aufgaben stemmen könne. Aber „ganz kurzfristig wird das hier nicht wieder alles in Ordnung sein“.
Der Wiederaufbau werde Monate dauern, sagte Verbandsbürgermeister Guido Nisius (CDU). Aber: „Uns Eifeler im Adenauer Land zeichnet aus: Wir schwätzen nicht, wir packen an.“ Nisius rief dazu auf, keine weiteren Sachspenden abzugeben. „Wenn Sie uns zielgerichtet helfen wollen, spenden Sie Geld!“  Ministerpräsidentin Dreyer sprach von einem „Kraftakt auf lange, lange Zeit“. Sie sei dankbar, dass Merkel gekommen sei. „Wir haben viele, viele Menschen, die am Herzen, in der Seele, in der Psyche sehr stark leiden.“ 

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