Schock-Fotos sollen den Westen wachrütteln
Kleine Kinder in orangefarbenen Anzügen, eingesperrt in einen Käfig, davor eine Fackel: Die Symbolik der Fotos, die derzeit im Netz die Runde machen, erinnert eindeutig an die des Islamischen Staates – der Feuertod des jordanischen Piloten Muath al-Kasaesbeh wurde genauso inszeniert. Geschossen wurden die Fotos aber nicht von den Dschihadisten der Terrormiliz, sondern von Aktivisten aus Syrien: Sie wollen damit an den Krieg in Syrien erinnern.
Vergessener Krieg
Die Bilder sind Teil einer groß angelegten Online-Kampagne – Menschenrechtler posten unter den Twitter-Hashtags #DoumaExterminated (Duma wird ausgerottet) und #AssadHolocaust Fotos und Videos, die das Leid der Bevölkerung in Syrien festhalten. Verletzte Kinder, tote Körper sind dabei zu sehen – erschreckende Bilder. Bislang ist man damit auf positives Echo gestoßen – diese Aktion ging einigen Usern aber doch zu weit: "So eine Aktion ist scheiße. Sie hilft den Leuten vor Ort nicht weiter", ärgerte sich etwa ein Twitter-User.
"Wenn Assad und seine Armee vor euren Augen Hunderte töten, schaut ihr einfach nur zu"
Azoz al-Raqqawi von der Aktivistengruppe verteidigte die Aktion. "Wir wollen den Leuten klarmachen: Als IS einen Piloten ermordet hat, hat die ganze Welt übers Internet Anteil genommen. Aber auch in Duma sterben viele Frauen, Kinder. Auch sie verbrennen, und zwar in den Gebäuden, die von Assads Bomben getroffen wurden – aber das interessiert niemanden", sagte er im Interview mit der Bild-Zeitung. Wenn der IS ein oder zwei Leute ermorde, würden alle Medien berichten. "Aber wenn Assad und seine Armee vor euren Augen Hunderte töten, schaut ihr einfach nur zu."
In Duma ist das tatsächlich der Fall: Allein in den ersten zehn Februar-Tagen sollen nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 183 Menschen in der von Rebellen kontrollierten Stadt durch Luftschläge des Regimes getötet worden sein - darunter seien 55 Frauen und Kinder gewesen, berichtet die libanesische Zeitung The Daily Star.
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