Politik | Ausland
29.06.2018

Schlauchboot vor Libyen gekentert: Über 100 Tote befürchtet

Leichen von drei Kindern geborgen. Ärzte ohne Grenzen ruft EU zu "Vernunft" auf.

Nach dem Untergang eines mit Migranten besetzten Schlauchbootes vor der libyschen Küste werden circa 100 Personen vermisst. Die Leichen von drei Kindern wurden geborgen, 16 Menschen wurden von der libyschen Küstenwache in Sicherheit gebracht, berichteten italienische Medien, die sich auf Angaben der libyschen Küstenwache bezogen.

Das Schlauchboot war von Libyen mit 120 Menschen an Bord abgefahren, als es sechs Seemeilen von der Küste entfernt unterging. Die Überlebenden wurden nach Libyen zurückgebracht.

Die Hilfsorganisation " Ärzte ohne Grenzen" macht Europa für jeden Toten im Mittelmeer verantwortlich. "Man hindert uns daran, die Arbeit zu machen, für die die EU-Regierungen eigentlich verantwortlich wären. Die europäischen Regierungen sollen die Vernunft wiederfinden und der Migrationspolitik ein Ende setzen, die Menschen zwingt, in Libyen gefangen zu bleiben, oder im Meer zu sterben", hieß es in einer Presseaussendung von "Ärzten ohne Grenzen". Allein am letzten Wochenende seien 2.000 Migranten nach Libyen zurückgeschickt worden. Sie seien in Lager gebracht worden, in denen die Lebensbedingungen unmenschlich seien.