Verteidigungsministers und Sohns von König Salman, Mohammed bin Salman.

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12/15/2015

Saudi-Arabien verkündet islamische Anti-Terrorallianz

34 Staaten beteiligen sich an der Koalition. Im Jemen tritt eine siebentägige Feuerpause in Kraft.

Saudi-Arabien hat in der Nacht auf Dienstag die Gründung einer islamischen Militärallianz im Kampf gegen den Terrorismus verkündet. An dem Bündnis sollen sich laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur "SPA" 34 Staaten, darunter Ägypten, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei, Malaysia und Pakistan beteiligen. Der schiitische Iran ist nicht Teil der Allianz.

"Die hier erwähnten Staaten haben beschlossen, eine Militärallianz unter Führung Saudi-Arabiens zum Kampf gegen den Terrorismus zu gründen. Ein gemeinsames Hauptquartier in Riad wird die militärischen Operationen koordinieren und unterstützen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der beteiligten Länder.

Siebentägige Feuerpause im Jemen

Im Jemen ist indes nach Angaben der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition seit Dienstagfrüh eine siebentägige Feuerpause in Kraft. Mit dem einseitigen Schritt wollen die jemenitische Regierung und ihre regionalen Verbündeten die am Dienstag in der Schweiz startenden Friedensgespräche unterstützen.

Die Regierung hoffe, "dass sich die Milizen diesmal an die Feuerpause halten", sagte der Regierungsvertreter Muin Abdulmalek am Montagabend der Nachrichtenagentur AFP. Die Houthi-Rebellen äußerten sich zunächst nicht dazu.

Gespräche mit Houthi-Rebellen

Eine Regierungsdelegation will am Dienstag in der Schweiz unter Vermittlung der UNO Friedensgespräche mit den Houthi-Rebellen beginnen. Die Houthi-Rebellen kämpfen im Jemen gegen die regierungstreuen Kräfte. Diese werden von der arabischen Koalition unter Führung Riads unterstützt. Seit März wurden in dem Konflikt nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 5.800 Menschen getötet, etwa die Hälfte von ihnen waren Zivilisten. Mehr als 27.000 weitere Menschen sollen verletzt worden sein.

Das Bündnis solle vor allem gegen Terrorismus im Irak, Syrien, Libyen, Ägypten und in Afghanistan vorgehen, sagte der Zweite in der Thronfolge und Verteidigungsminister des Landes, Mohammed bin Salman auf einer Pressekonferenz. Aktionen vor allem in Syrien und im Irak würden international abgestimmt. Das neue Bündnis solle nicht nur gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) vorgehen, sondern mit "jeder terroristischen Organisation, mit der wir konfrontiert werden."

Vor allem die USA hatten zuletzt immer wieder eine stärkere Rolle der Golfstaaten im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien und im Irak gefordert. Der Erzrivale des sunnitischen Saudi-Arabiens, der schiitische Iran, ist nicht an der Koalition beteiligt. Die beiden Staaten sind aktuell in eine Reihe von Stellvertreterkriegen in der arabischen Welt - darunter in Syrien und im Jemen - involviert.

Der IS nutzt verstärkt auch im Jemen das Machtvakuum aus, um sich auszubreiten. Dort kündigte die ebenfalls von Saudi-Arabien geführte Militärallianz für Dienstag eine Waffenruhe an, die zunächst sieben Tage gelten solle. Anlass sei der parallel angesetzte Auftakt der von den Vereinten Nationen vermittelten Friedensgespräche in der Schweiz.

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