Santiago de Chile: Bombe in der U-Bahn

Gelbes Absperrband mit der Aufschrift „Chile – No Pasar“ vor einer städtischen Szene mit Polizisten.
Zehn Menschen wurden verletzt. Die Regierung spricht von einem Terrorakt.

Bei einer Bombenexplosion in einer U-Bahnstation in Santiago de Chile sind am Montag mindestens zehn Menschen verletzt worden. Einige von ihnen seien schwer verwundet worden, es schwebe aber niemand in Lebensgefahr, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die chilenische Regierung stufte die Detonation in der Hauptstadt als " Terrorakt" ein.

Der Sprengsatz explodierte zur Mittagszeit in einem Abschnitt mit mehreren Imbissständen in der Metro-Station Escuela Militar. Die aus einem Feuerlöscher und einem Zeitzünder gefertigte Bombe war in einem Mülleimer deponiert worden. Eine Frau wurde durch die Explosion mehrere Finger abgerissen. Sechs der Verletzten erlitten Hörschäden.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Als Verdächtige gelten nach Regierungsangaben zwei junge Männer, die nach der Explosion mit einem Auto flüchteten. Regierungssprecher Alvaro Elizalde sagte, es bestehe kein Zweifel daran, dass es sich um einen " Terrorakt" handle.

Leben mit der Angst

Eine Gruppe Feuerwehrleute steht in Santiago, Chile, vor einem Gebäude.
epa04391540 Policemen and firefighters outside the Escuela Militar metro station after an explosion, in Santiago, Chile, 08 September 2014. The Chilean Government has reportedly said that the explosion, which left at least eight people wounded, two of them seriously, was a terrorist attack. EPA/MARIO RUIZ
Chiles Präsidentin Michelle Bachelet verurteilte das "abscheuliche" und "feige" Vorgehen der Täter, die auch den Tod unschuldiger Menschen in Kauf genommen hätten. Gleichzeitig rief sie ihre Landsleute dazu auf, Ruhe zu bewahren. " Chile ist und bleibt ein sicheres Land", betonte Bachelet. Innenminister Rodrigo Penailillo versprach, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. "Diese Leute haben versucht, unschuldige Menschen zu töten", sagte er.

Die U-Bahn-Station befindet sich direkt an der Militärschule des chilenischen Heeres. Am 11. September wird der 41. Jahrestag des Staatsstreichs gegen den Präsidenten Salvador Allende begangen.

In den vergangenen fünf Jahren explodierten in Chile mehr als hundert selbstgebaute Bomben, die meist nur leichte Schäden an Bankomaten, Schulen, Restaurants oder Botschaftsgebäuden verursachten. Mehrfach bekannten sich anarchistische Gruppen zu den Anschlägen.

Nach einer Explosion in einem U-Bahnwaggon Mitte Juli hatte die Regierung die Sicherheitsvorkehrungen verschärft und einen Sonderermittler eingesetzt. Der am Montag verwendete Sprengsatz ähnele dem im Juli eingesetzten Bombe, sagte der mit den Untersuchungen beauftragte Staatsanwalt Francisco Bravo.

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