Politik | Ausland
21.03.2018

Saif al-Islam Gaddafi will libyscher Präsident werden

Der Sohn von Langzeitdiktator Muammar Gaddafi will das Land führen und glaubt an seine einigende Kraft.

Saif al-islam Gaddafi wird bei der Präsidentschaftswahl 2018 in Libyen kandidieren. Was schon vor einigen Monaten aus Familienkreisen zu hören war, hat auch die Partei der Libyschen Volksfront am Montag in Tunis bekannt gegeben. Gadaffi hofft laut ihm nahestehenden Personen offenbar, den Einigungsprozess des zersplitterten Landes vorantreiben zu können.

Der im Westen ausgebildete Gadaffi galt im Libyen seines Vaters als Hoffnung auf Reformen, die im ausbrechenden Bürgerkrieg 2011 jedoch zu Staub zerfiel. Der heute 46-jährige, der auch Verbindungen nach Österreich hat und mit dem verstorbenen Rechtspopulisten Jörg Haider befreundet war, nannte die Aufständischen gegen das Regime seines Vaters damals im TV "Ratten". Er wird vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit gesucht. 

Nach dem Tod seines Vaters wurde er gefangen genommen, fünfeinhalb Jahre von Rebellen festgehalten und 2015 in Tripolis unter anderem wegen Anstiftung zum Mord und Vergewaltigung zum Tode verurteilt. Gadaffi soll bei der Einvernahme allerdings gefoltert worden sein. 2017 wurde ihm eine Amnestie von einer der konkurrierenden Regierungen gewährt und er freigelassen.