Binnen weniger Tage: Ukraine kann größte Gebiete zurückerobern

Russische Truppen haben aktuell keinen Zugang zu Starlink. Binnen weniger Tage konnte die Ukraine so viel Gebiet zurückerobern, wie seit der Gegenoffensive 2023 nicht mehr.
Eine Gruppe Soldaten in Tarnanzügen zielt mit Gewehren.

Zusammenfassung

  • Ukrainische Armee erobert laut ISW-Analyse binnen weniger Tage 201 Quadratkilometer von Russland zurück – größter Geländegewinn seit Juni 2023.
  • Erfolge werden auf Ausfall des Starlink-Satellitensystems für russische Truppen zurückgeführt, was deren Kommunikation und Führung beeinträchtigte.
  • Die Rückeroberungen konzentrieren sich auf eine Zone östlich von Saporischschja, während Moskau weiterhin rund 19,5 Prozent des ukrainischen Territoriums kontrolliert.

Die ukrainische Armee hat laut einer Datenauswertung zwischen Mittwoch und Sonntag 201 Quadratkilometer eigenes Staatsgebiet von der russischen Armee zurückerobert. 

Wie am Montag aus der Analyse der vom US-Institute for the Study of War (ISW) bereitgestellten Daten hervorging, hatten Kiews Streitkräfte seit einer Gegenoffensive im Juni 2023 nicht mehr so viel Gebiet in so kurzer Zeit zurückgewonnen.

Starlink für Russen blockiert

Die jüngst eroberte Fläche entspricht demnach fast den russischen Eroberungen des gesamten Monats Dezember (244 Quadratkilometer). "Diese ukrainischen Gegenangriffe nutzen wahrscheinlich die Blockierung des Zugangs der russischen Streitkräfte zum Satellitensystem Starlink aus, die laut russischen Militärbloggern die Kommunikation und die Führung beeinträchtigt", erklärte das ISW. 

Russische Militärbeobachter hatten die Unterbrechung am 5. Februar festgestellt, nachdem der US-Tech-Unternehmer Elon Musk "Maßnahmen" angekündigt hatte, um der Nutzung dieser Technologie durch den Kreml ein Ende zu setzen.

Laut Kiew umgingen russische Drohnen mit Hilfe von Starlink elektronische Störsysteme und konnten so ihre Ziele präzise treffen. Ohne die Nutzung von Starlink wurden in der vergangenen Woche laut ISW nur am 9. Februar russische Geländegewinne an der Front verzeichnet. An den übrigen Tagen machte Kiew Boden gut. 

Die ukrainischen Rückeroberungen konzentrieren sich vor allem auf eine Zone etwa 80 Kilometer östlich der Stadt Saporischschja, in der die russischen Truppen seit dem Sommer 2025 stark vorgerückt waren.

Mitte Februar kontrollierte Moskau 19,5 Prozent des ukrainischen Territoriums ganz oder teilweise, gegenüber 18,6 Prozent ein Jahr zuvor. Rund sieben Prozent - die Krim und ein Teil des Donbass - standen bereits vor Beginn des russischen Angriffskrieg im Februar 2022 unter russischer Kontrolle.

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