Bericht: Russland liefert Iran Infos über US-Militär

"Washington Post" und CNN: Kreml versorgt Teheran mit Standortangaben und Bewegungsdaten von US-Truppen.
Mehrere Soldaten in unterschiedlichen Uniformen und Ausrüstungen stehen in Reihen auf einer Straße unter blauem Himmel.

Russland liefert dem Iran Medienberichten zufolge Informationen über US-Streitkräfte und mögliche Ziele im Nahen Osten. Dabei versorge der Kreml Teheran mit Standortangaben und Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und Flugzeugen, berichteten der US-Sender CNN und die "Washington Post" unter Berufung Personen, die mit US-Geheimdienstberichten vertraut seien.

"Es scheint sich um eine ziemlich umfassende Maßnahme zu handeln", zitierte die "Washington Post" eine der befragten Personen. CNN zufolge sind die meisten weitergegebenen Informationen Bilder, die mit modernen Satelliten Moskaus angefertigt wurden.

Leavitt: Vorgänge machen keinen Unterschied

Russland ist offiziell nicht am Krieg beteiligt. Zwar hilft Moskau Teheran mit Waffen, ein militärischer Beistand ist dagegen nicht vorgesehen. Angesichts des Angriffskriegs gegen die Ukraine sind die russischen Kapazitäten - auch bei der Waffenproduktion - ohnehin stark ausgelastet. Zugleich will sich Kremlchef Wladimir Putin die für Moskau ebenfalls wichtigen Beziehungen im Nahen Osten zu Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht verderben.

Der Konflikt bringt Russland wirtschaftliche Vorteile. Die Nachfrage nach russischem Öl und Gas ist deutlich gestiegen. Dies stärkt die durch Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg belasteten Exporte. Die USA versorgen ihrerseits die Ukraine während des Krieges mit Russland mit Geheimdienstinformationen.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte in Washington, auch wenn die Russen Informationen weitergäben, mache das mit Blick auf den Krieg keinen Unterschied. Die US-Streitkräfte hätten den Iran bereits erheblich geschwächt, etwa im Bereich der Marine.

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