Memorial Center in Potocari bei Srebrenica

© REUTERS/DADO RUVIC

UNO
07/08/2015

Russland kippt Srebrenica-Resolution

"Zu einseitig": Russland gab im UN-Sicherheitsrat einzige Gegenstimme ab.

Russland hat mit seinem Veto eine Resolution des UN-Sicherheitsrates zum Massaker von Srebrenica vor 20 Jahren zu Fall gebracht. Die Ablehnung des russischen Botschafters war die einzige Gegenstimme bei zehn Stimmen für das Papier und vier Enthaltungen. Nach dem Mord an geschätzten 8000 Männern und Jungen sollte die Resolution das Verbrechen in Bosnien-Herzegowina verurteilen. Russland bezeichnete den Text aber als zu einseitig gegen Serbien.

In Bosnien begann derweil am Mittwoch ein Friedensmarsch zum 20. Jahrestag des Massakers. Rund 5.000 Teilnehmer brachen in der Früh in dem Dorf Nezuk bei Tuzla auf, in Srebrenica wurden sie am Freitagabend erwartet. Die Teilnehmer des 100 Kilometer langen „Marsch des Todes - Weg der Freiheit“ legen jene Route zurück, auf der die Bewohner Srebrenicas im Juli 1995 aus ihrer Heimatstadt vor den bosnisch-serbischen Truppen nach Tuzla geflohen waren.
Die ostbosnische Stadt, während des Bosnien-Krieges (1992-95) eine UNO-Schutzzone, war am 11. Juli 1995 von bosnisch-serbischen Truppen eingenommen worden, die in den folgenden Tagen die rund 8.000 Männer in der Umgebung der Kleinstadt brutal ermordeten.
Auf dem Friedhof in Potocari bei Srebrenica wurden in den letzten Jahren 6.241 Opfer beigesetzt. Am Samstag sollen laut jüngsten Angaben weitere 136 dort ihre letzte Ruhe finden. 18 davon waren im Juli 1995 noch minderjährig, acht erst 16 Jahre alt.
Nach den sterblichen Überresten vieler Opfer wird weiterhin gesucht.

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