Unter den Geiseln und späteren Todesopfern waren Hunderte Kinder.

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Russland
12/16/2014

Das schlimmste aller Geiseldramen – Beslan

Die Angehörigen der 331 Todesopfer haben noch immer keine endgültige Klarheit.

In freudiger Erwartung auf das neue Schuljahr hatten sich über 1200 Kinder und ihre Eltern am 1. September des Jahres 2004 in der Schule Nummer Eins der südrussischen Kleinstadt Beslan eingefunden. Drei Tage später waren 331 von ihnen tot, über 700 meist schwer verletzt, die Schule lag in Trümmern. Und bis heute ist nicht endgültig geklärt, warum die schlimmste Geiselnahme in der russischen Geschichte so viele Opfer gefordert hat.

Gleich nach Unterrichtsbeginn stürmten mindestens 30 bis an die Zähne bewaffnete und teilweise mit Sprengstoffgürteln ausgestattete tschetschenische Terroristen auf das Schulgelände. Die Angreifer sperrten ihre Geiseln in die Turnhalle und verminten sämtliche Eingänge.

Auf ihre Forderungen, die russischen Truppen aus Tschetschenien abzuziehen und eine Gruppe Terroristen aus der Haft zu befreien, ging die Regierung in Moskau nicht ein. Die Geiselnehmer wiederum verboten die Lieferung von Essen und Wasser. Der Durst der Gefangenen, unter ihnen viele Kleinkinder, und die Hitze waren so stark, dass viele ihren Urin tranken und sich bis aufs Unterhemd auszogen.

Am dritten Tag stürmten Spezialkräfte der russischen Armee das Schulgelände – mit verheerenden Folgen. Es gab stundenlange Feuergefechte mit den Geiselnehmern. Die Decke der Turnhalle stürzte ein, was allein Dutzende Menschenleben forderte. Nach Angaben der überlebenden Eltern hat die Armee sogar mit Granaten auf die Turnhalle gefeuert – was das Militär allerdings bis heute bestreitet. Was in Beslan wirklich geschah, wissen die Überlebenden bis heute nicht. Sie haben die Staatsführung verklagt – vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.

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