Politik | Ausland
07.04.2018

Rettungskräfte vermuten Giftgaseinsatz in syrischer Stadt Duma

Berichte über Opfer mit Atemnot

Bei neuerlichen Luftangriffen auf die syrische Rebellenhochburg Duma ist nach Angaben örtlicher Rettungskräfte offenbar Giftgas eingesetzt worden. Mehrere Bewohner litten unter Atemnot, nachdem ein Wohngebiet mit Chlorgas angegriffen wurde, berichtete die syrische Hilfsorganisation Weißhelme am Samstag. Auch die Hilfsorganisation Syrian American Medical Society berichtete, Ärzte hätten mehrere Verletzte mit Symptomen einer Chlorgasvergiftung behandelt.

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte litten nach den Angriffen mindestens elf Bewohner unter Symptomen wie Atemnot oder Erstickungsanfällen, darunter fünf Kinder.

"Farce"

Ein Vertreter der syrischen Regierung wies die Vorwürfe als "Farce" zurück. Die Regierungsarmee habe es bei ihrem Vorstoß in der Rebellenenklave Ost-Ghouta "nicht nötig, irgendeine chemische Substanz einzusetzen", sagte er laut der der staatlichen Nachrichtenagentur SANA.

Die syrische Luftwaffe hatte Duma am Freitag und Samstag erneut angegriffen. Laut der oppositionsnahen Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien, deren Angaben für Medien kaum zu überprüfen sind, wurden dabei mindestens 48 Zivilisten getötet.

Die in der Rebellenenklave Ost-Ghouta liegende Stadt Duma wird noch von der islamistischen Rebellengruppe Jaish al-Islam kontrolliert, die von dort aus immer wieder die Hauptstadt Damaskus beschießt.