Die Pariser Banlieue: Laut Valls herrscht hier Apartheid

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Nach Anschlägen
01/20/2015

Rede von der "Apartheid" in Frankreich

Premier Valls erkennt als Ursache für die Spannungen im Land auch Versäumnisse der Politik.

In Frankreich gibt es nach den Worten von Premierminister Manuel Valls "eine territoriale, soziale, ethnische Apartheid". Mit Blick auf die überwiegend durch Einwanderung geprägte Bevölkerung in den Problem-Vorstädten Frankreichs sagte der Regierungschef am Dienstag in Paris, "seit zu langer Zeit bauen sich Spannungen auf". Dabei verwies er auf den "Abstieg am Stadtrand, die Ghettos" und "eine Apartheid". Die vergangenen Tage hätten viele Übel der französischen Gesellschaft und die Herausforderungen deutlich gemacht. Seit der islamistischen Anschlagsserie vor rund zwei Wochen wird in Frankreich verstärkt darüber diskutiert, ob die Problem-Vorstädte mit ihrer hohen Arbeitslosigkeit und ihrem schlechten Bildungsnivau einen Nährboden für islamistisches Gedankengut bilden. Die Regierung will unter anderem durch eine bessere Schulpolitik gegensteuern.

Valls machte nun deutlich, dass die Probleme schon lange bekannt seien, und erinnerte an die Vorstadt-Krawalle im Jahr 2005. Der damalige Präsident Nicolas Sarkozy war der Ansicht, die Jugendlichen sollten "weggekärchert" werden.

"Danach wird es vergessen", sagte Valls nun. Zur "sozialen Misere" in diesen Problemvierteln kämen die "täglichen Diskriminierungen" hinzu, "weil man nicht den richtigen Familiennamen, nicht die richtige Hautfarbe hat oder einfach, weil man eine Frau ist". Es gehe ihm nicht darum, Ausflüchte zu finden, hob Valls hervor. Doch müsse "der Realität" in Frankreich ins Auge geblickt werden.

Die französische Regierung wird momentan wegen ihres Krisenmanagements gelobt. Das schlägt sich auch in den Meinungsumfragen nieder: Der zuvor stets im Minus befindliche Präsident Francois Hollande machte in den vergangenen Tagen einen Beliebtheitssprung bei der Bevölkerung.

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