Politik | Ausland
25.03.2017

Raul Castros Sohn vertrat Kuba bei Geheimverhandlungen mit den USA

Alejandro Castro Espin gilt als möglicher Anwärter auf das Präsidentenamt.

Der Sohn von Kubas Präsident Raul Castro hat nach Angaben aus Kirchenkreisen eine entscheidende Rolle bei der historischen Annäherung des Karibikstaats an die USA gespielt. Der 51-jährige Alejandro Castro Espin habe die Delegation seines Landes bei den Geheimverhandlungen mit dem früheren Erzfeind in den Jahren 2013 und 2014 angeführt, erklärte der kubanische Kardinal Jaime Ortega.

Erzbischof enthüllte Personalie

Der frühere Erzbischof von Havanna enthüllte die Personalie bei einer Konferenz in New York. Die Rede des Geistlichen, der als Gesandter des Vatikans an den Gesprächen beteiligt war, erschien nun im kubanischen katholischen Magazin "Espacio Laical". Gerüchte, wonach der Oberst Castro Espin Kubas Verhandlungsführer war, zirkulieren schon seit langem. Doch die Regierung in Havanna hat bis heute nicht verraten, wer die Gespräche auf Seiten Kubas leitete.

Wird er der neue Präsident?

Der Sohn von Kubas Präsident hielt sich jahrelang im Hintergrund, doch gilt der Experte für internationale Beziehungen als möglicher Anwärter auf das Präsidentenamt. Viele Beobachter erwarten, dass er bei dem geplanten Umbruch an der Staatsspitze im kommenden Jahr eine entscheidende Rolle spielt.

Sein 85-jähriger Vater will im kommenden Februar seine Macht abgeben.

Annäherung

US-Präsident Barack Obama und der kubanische Staatschef hatten im Dezember 2014 eine grundlegende Neuausrichtung der Beziehungen beider Länder angekündigt. Im vergangenen Sommer nahmen beide Länder wieder diplomatische Beziehungen auf, die USA lockerten ihre Reise-und Handelssanktionen.