Politik | Ausland
01.06.2018

Rajoy gibt sich bereits vor Misstrauensvotum geschlagen

"Werde der erste sein, der Sanchez gratulieren wird und werde das Ergebnis als Demokrat akzeptieren", sagte er.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat sich bereits vor dem Misstrauensvotum geschlagen gegeben. "Es war eine Ehre, Spanien in besserem Zustand zu übergeben als ich es übernommen habe", sagte Rajoy am Freitagvormittag im spanischen Parlament. "Ich werde der erste sein, der (Oppositionsführer Pedro) Sanchez gratulieren wird und werde das Ergebnis als Demokrat akzeptieren."

Sozialisten-Chef Pedro Sanchez hatte in der Vorwoche wegen eines Korruptionsurteils gegen Rajoys konservative Volkspartei (PP) ein konstruktives Misstrauensvotum gegen den seit 2011 regierenden Ministerpräsidenten beantragt. Entgegen den Erwartungen konnte sich Sanchez zusätzlich zu den Stimmen der linkspopulistischen Podemos die Unterstützung fast aller Regionalparteien sichern, darunter der baskischen und katalanischen Nationalisten. Bei der Abstimmung, die um 11.00 Uhr beginnen sollte, kann er mit 180 der 350 Stimmen rechnen, obwohl seine Sozialisten nur 84 Abgeordnete haben.