Politik | Ausland
15.06.2017

Putschversuch in Türkei: Lebenslänglich für 23 Soldaten

Angeklagte hatten Präsidentschaftsvertreter am Abend des Putschversuches entführt.

In der Türkei sind 23 Soldaten wegen ihrer Beteiligung am versuchten Militärputsch vom 15. Juli 2016 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Angeklagten wurden von einem Gericht in Ankara am Donnerstag des "Versuchs zum Umsturz der verfassungsmäßigen Ordnung" und der "Freiheitsberaubung" schuldig befunden, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Zwei Soldaten wurden freigesprochen.

Unter den Verurteilten war Oberst Muhsin Kutsi Baris, ein ehemaliger Kommandant der Präsidentengarde. Er wurde für schuldig befunden, den Generalsekretär der Präsidentschaft, Fahri Kasirga, am Abend des Putschversuchs in einen Krankenwagen gezwungen und zum Luftwaffenstützpunkt Akinci gebracht zu haben. Von der Basis bei Ankara soll der Putschversuch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan organisiert worden sein.

Reihe von Prozessen

Es handelt sich um das erste Urteil in Ankara gegen Beteiligte des Putschversuchs. In der Türkei laufen derzeit eine Reihe von derartigen Prozessen. Im Hauptprozess in Ankara sind 221 Menschen angeklagt, darunter mehr als zwei Dutzend Generäle.

Ebenfalls angeklagt ist der islamische Prediger Fethullah Gülen, der als Anführer der Putschisten genannt wird. Gülen, der seit Jahren im Exil in den USA lebt, weist die Vorwürfe entschieden zurück.