Politik | Ausland
05.05.2017

Putin: "Gerüchte" zu Angriffen auf Homosexuelle prüfen

Merkel-Appell scheint Wirkung zu zeigen. Putin kündigte zumindest eine Untersuchung der Übergriffe gegen Homosexuelle in Tschetschenien an.

Nach einem Appell der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich Russlands Präsident Wladimir Putin erstmals zur mutmaßlichen Verfolgung von Homosexuellen in Tschetschenien geäußert. Er werde den Generalstaatsanwalt und dem Innenminister persönlich dazu auffordern, die Ermittlungen der russischen Menschenrechtsbeauftragten Tatjana Moskalkowa zu unterstützten, erklärte Putin am Freitag. Moskalkowa solle die "Informationen oder Gerüchte, wie man sagen könnte", prüfen.

Die regierungskritische Zeitung " Nowaja Gaseta" hatte im März berichtetet, dass Schwule in der Kaukasus-Republik eingesperrt und gefoltert würden. Seit Februar wurden demnach mehr als hundert Homosexuelle in Tschetschenien festgenommen. Bereits seit Jahren gibt es Berichte über Misshandlungen und Entführungen durch die Milizen von Präsident Ramsan Kadyrow. Zudem soll es mehrere Fälle von sogenannten Ehrenmorden in dem konservativen, muslimisch geprägten Land gegeben haben.

Merkel hatte Putin bei ihrem Russland-Besuch am Dienstag aufgefordert, seinen Schutz für Minderheitenrechte geltend zu machen. Sie bezog sich dabei auch auf die Rechte Homosexueller in Tschetschenien.