Prügel im Parlament - Eskalation in Caracas
Immer wieder kommt es vor, dass es in den Abgeordnetenkammern dieser Welt zu handfesten Auseinandersetzungen kommt - in der Ukraine etwa sorgen Schlägereien im Parlament immer wieder für Schlagzeilen. Doch in Venezuela schürt eine Prügelei vom Dienstag echte Sorge vor einer weiteren Eskalation. Nach der umstrittenen Präsidentenwahl vom 14. April scheinen die Konfliktparteien immer stärker auf Konfrontation zu gehen.
Sorge um Stabilität
Die politische Lage in Venezuela macht auch dem Ausland Sorgen. Seit der Präsidentschaftswahl beherrschen Proteste beider Seiten das Land. Stabilität in dem ölreichen Land ist auch für andere Staaten von größter Bedeutung. Ein Angebot der früheren Kolonialmacht Spanien, zwischen den beiden Seiten zu vermitteln, wurde von Präsident Nicolas Maduro vehement zurückgewiesen. "Verschwinde, unverschämter spanischer Außenminister", soll Maduro laut Medienberichten in Bezug auf Jose Manuel Garcia Margallo gesagt haben.
Neuauszählung
Am Montag hatte die Wahlkommission auf Drängen der Opposition rund um Wahlverlierer Henrique Capriles Radonski eine Teilneuauszählung der Präsidentenwahl begonnen. Bei dem Urnengang hatte sich der Wunschnachfolger des verstorbenen Präsidenten Hugo Chavez, Maduro, nach offiziellen Angaben knapp gegen Capriles durchgesetzt. Capriles wirft der Regierung aber Fälschung vor und beharrt auf einer Neuauszählung aller Stimmen. Nun will er sogar vor den Obersten Gerichtshof ziehen. "Wir werden alle Gremien im Inneren befassen", sagte Capriles am Mittwoch vor Anhängern in Caracas. Der Fall werde auch die "Weltgemeinschaft" weiter beschäftigen.
Kommentare