Politik | Ausland
15.07.2018

Proteste im Irak eskalieren weiter: Mehrere Tote

Demonstrationen gegen hohe Arbeitslosigkeit und schlechte Infrastruktur. Mehrere Menschen starben.

Die Proteste im Süden des Iraks gegen hohe Arbeitslosigkeit und die schlechte Infrastruktur sind am Sonntag weiter eskaliert. Nach lokalen Medienberichten starben in verschiedenen Städten mehrere Menschen, als es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und irakischen Sicherheitskräften kam.

In der Stadt Basra starben nach einem Bericht des Fernsehsenders Rudaw mindestens zwei Menschen, als Sicherheitskräfte versuchten, die Blockade eines lokalen Regierungsgebäudes aufzulösen. Dem Bericht zufolge feuerten die Sicherheitskräfte mit scharfer Munition. In der Provinz Muthanna starben nach Angaben eines lokalen Fernsehsenders drei Menschen.

Von Regierung im Stich gelassen

Die jordanische Fluglinie Royal Jordanien setzte nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Petra vorerst ihre Flüge in die irakische Pilgerstadt Najaf aus. Demonstranten hatten am Freitag den Flughafen in Najaf gestürmt, den Flugverkehr stillgelegt, sich anschließend aber wieder zurückgezogen. Die Stadt ist eine der wichtigsten schiitischen Pilgerstädte im Irak.

Im Süden des Iraks kommt es seit mehreren Tagen zu Demonstrationen gegen hohe Arbeitslosigkeit, Korruption und schlechte Infrastruktur. Die Proteste starteten in Basra, weiteten sich dann aber schnell auf Maisan, Najaf und Kerbela aus. Ein Großteil des irakischen Öls wird im Süden des Landes produziert. Die Menschen fühlen sich aber von der Regierung im Stich gelassen.