Prominenter AfD-Neuzugang vergleicht Islam mit NS-Ideologie
Vor zwei Jahren war Nicolaus Fest noch Teil jener Elite, die die AfD gern als "Lügenpresse" brandmarkt. Heute ist der einstige stellvertretende Bild am Sonntag-Chefredakteur selbst bei den Rechtspopulisten: Weil die "Rechtsstaatlichkeit in Deutschland schwindet", Zustände wie in der DDR oder Russland drohen, sei er der Partei beigetreten, sagte er am Donnerstag.
Vom Integrationshindernis zur totalitären Bewegung
In seinem Antrittsstatement knüpfte Fest nahtlos dort an, wo er 2014 bei der Bild aufgehört hatte: Damals hatte er sich wegen eines Textes über den Islam mit der Chefredaktion überworfen. War damals allerdings noch vom "Integrationshindernis Islam" die Rede, so spricht Fest heute vor einer "totalitären Bewegung", die mit dem Nationalsozialismus vergleichbar sei: "Das öffentliche Ausüben dieser Ideologie muss man verhindern. Genauso wie ich Hakenkreuze oder andere Symbole der Nazis nicht im öffentlichen (...) Raum sehen will, möchte ich keine Symbole hier sehen, die für eine andere totalitäre Ideologie stehen." Dies bedeute auch, dass die Moscheen geschlossen werden müssten, fügte er hinzu.
Damit hat die Partei ihren nächsten Eklat. Dass man Fest gewinnen konnte, dürfte die AfD zudem doppelt freuen – er ist nicht nur selbst prominent, er hat auch berühmte Vorfahren: Fests Großvater Johannes kämpfte gegen Nazis und wurde mit einem Berufsverbot belegt, bevor er 1945 in die CDU eintrat. Sein Enkel sieht darin keinen Widerspruch: "Er stand vor einer ähnlichen totalitären Bedrohung wie wir", sagt er.
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